Marktgeschehen Trendbarometer
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Barrieren überwinden
Kommunikation ist entscheidend, denn nur wenn sich Mitarbeiter verstehen, können Arbeitsschritte korrekt ausgeführt und so die beste Lackierqualität erzielt werden. Im Alltag ist das jedoch gar nicht so einfach. Das aktuelle Trendbarometer zeigt: Lackierbetriebe haben äußerst diverse Belegschaften und Sprachhürden können eine Herausforderung sein.
Gefragt nach der Anzahl an Mitarbeitern, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben, geben die Umfrageteilnehmer im Durchschnitt 49%, also knapp die Hälfte der Belegschaft, an. Dabei zeigte die Befragung eine äußerst große Bandbreite, von Unternehmen mit lediglich 5% bis hin zu 90% Nicht-Muttersprachlern sind alle prozentualen Verteilungen vertreten.
Kenntnisstand: Divers
Nun heißt eine andere Muttersprache nicht automatisch, dass die Deutschkenntnisse unzureichend sind. Zudem ist in der Industrie der Einsatz von Mitarbeitern mit eingeschränkten Sprachkenntnissen üblich und verbreitet. Vor allem dann, wenn es um einfache Aufgaben geht, sind Stellen oft anders gar nicht mehr zu besetzen. Aufgaben wie das Auf- und Abhängen von Lackiergütern oder einfache Maskierungstätigkeiten, sind auch mit bestehenden Sprachbarrieren noch gut vermittelbar. Doch auch bei Kernaufgaben wie dem eigentlichen Lackieren kommen Mitarbeiter mit eingeschränkten Deutschkenntnissen zum Einsatz.
Interne Übersetzungshilfen und Piktogramme
Dabei sind Lackierbetriebe einfallsreich. So berichten 48% der Unternehmen davon, interne Übersetzungshilfen und Piktogramme einzusetzen, um Sprachbarrieren zu begegnen. Übersetzungen sind dabei manchmal Grenzen gesetzt, gerade wenn – wie in einigen der befragten Unternehmen – sehr viele verschiedene Muttersprachen vertreten sind. Nicht alle Übersetzungen lassen sich vorhalten oder Arbeitsanweisungen und Schilder würden zu lang werden. Dank Künstlicher Intelligenz lassen sich heutzutage Übersetzungen zwar einfach anfertigen – allerdings gilt es zu beachten, diese sind nicht immer perfekt und am Ende ist immer eine Kontrolle angeraten, ob die Übersetzung auch stimmig ist.
Schichteneinteilung nach Sprachkenntnissen
„Wenn viele Mitarbeiter die gleiche Sprache als Muttersprachen haben, dann ist es einfacher“, berichtet ein Umfrageteilnehmer. Ähnliches berichten viele, die bewusst Schichten nach Sprachkenntnissen einteilen, sodass zumindest ein Dolmetscher vorhanden ist. Das spiegelt sich in den Umfrageergebnissen als gängige Strategie wider. So setzen 46% aller befragten Lackierbetriebe Mentoren, Coaches oder Ähnliches ein, um mit Sprachbarrieren umzugehen. So erklärt ein Teilnehmer: „Neue Mitarbeiter werden von Kollegen angelernt, die ebenfalls die gleiche Muttersprache haben.“
Dennoch stoßen Betriebe an Grenzen. Keine bzw. kaum Sprachbarrieren haben lediglich 16% der befragten Unternehmen, während mit 79% die deutliche Mehrheit gelegentliche Probleme hat. „Sprachbarrieren treten meist bei Leiharbeitern aus Herkunftsländern auf, bei welchen wir keinen Muttersprachler im Haus haben“, berichtet etwa ein Umfrageteilnehmer. Ein anderer berichtet, dass es insbesondere bei technischen Fragen länger dauere.
Andere äußern sich ähnlich: Bei komplexeren Angelegenheiten, Personalgesprächen oder bei älteren Mitarbeitern, für die der Spracherwerb schwerer sei, komme es zu Verständigungsproblemen. Auch Englisch wird, wo es geht, eingesetzt oder ganz einfach die jeweiligen Arbeitsschritte vorgemacht. „Wir machen viel über Bilder und man muss Geduld haben“, berichtet ein weiterer Umfrageteilnehmer. Davon, dass es häufig zu Sprachbarrieren kommt, berichten lediglich 5% der befragten Unternehmen.
Sprachkurse und Schulungen in leichter Sprache
Mit 32% berichtet fast ein Drittel der Betriebe, dass sie mit Sprachkursen unterstützen und 16% setzen auf Schulungen in leichter Sprache, die bei eingeschränkten Deutschkenntnissen ebenfalls helfen können. Eigene Sprachkurse können sich nicht alle Betriebe leisten, sie sind deshalb darauf angewiesen, dass die Mitarbeiter sich die Kurse selbst finanzieren können, oder staatliche Kurse die Lücke schließen.
Die Umfrage zeigt: Lackierbetriebe sind einfallsreich und haben vielfältige Lösungen entwickelt, um mit Sprachbarrieren umzugehen. Wie wichtig das ist, zeigen auch viele Studien, etwa vom Deutschen Institut der Wirtschaft oder der Bertelsmann Stiftung, die Erwerbstätigkeit als einen Grundpfeiler zur Integration bezeichnen.
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