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Nachhaltigkeit hat Pause

Dass Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, ist inzwischen eine Binse. Dementsprechend sollte der CO2-Fußabdruck für Unternehmen einen zunehmend großen Einfluss haben. Wie das aktuelle BESSER LACKIEREN Trendbarometer zeigt, gilt das nur bedingt.

Grafische Darstellung der im Text erwähnten Daten
40% aller befragten Lackierbetriebe geben an, ihren CO2-Ausstoß zu kennen. Grafik: Redaktion

Immer mehr große Unternehmen müssen Nachhaltigkeitsberichte erstellen, was über die Lieferketten auch bei KMU zu Veränderungen führt, da diese über die Lieferkette zusätzliche Informationen bereitstellen müssen. Damit sind Lackierbetriebe jeder Größe mehr oder weniger direkt betroffen. Doch zeigt sich, das Thema Nachhaltigkeit gerät derzeit zunehmend in den Hintergrund. Einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht erstellen laut aktueller Umfrage derzeit 25% aller Lackierbetriebe, was einer Stagnation gegenüber einer vergleichbaren Umfrage von BESSER LACKIEREN vor zwei Jahren im Herbst 2023 entspricht.

Ähnlich sieht es bei der Frage nach Kenntnisstand des CO2-Fußabdrucks aus. So geben derzeit 40% aller befragten Lackierbetriebe an, ihren CO2-Ausstoß zu kennen. Noch vor zwei Jahren lag dieser Wert bei 43%. Einen leichten Rückgang von 29 auf 27% gibt es sogar bei der Zahl derjenigen, die zumindest für einige Rohstoffe und Arbeitsmaterialien bei ihren Lieferanten CO2-Fußabdrücke erfahren.

CO2-Fußabdruck seltener nachgefragt

Noch deutlicher ist der Rückgang bei den Kunden der Lackierbetriebe. Hier fragen ebenfalls nur 27% aller Kunden nach CO2-Fußabdrücken der Lackierbetriebe, ein deutlicher Rückgang um 11 Prozentpunkte. Die Querschnittstechnologie Lackiertechnik gibt damit einen deutlichen Hinweis darauf, wie stark der Ausstoß von Klimagasen in der Industrie im Allgemeinen an Bedeutung verliert. Noch vor zwei Jahren sorgten geplante strengere CSR-Regeln für einen gänzlich anderen Ausblick, da mehr Unternehmen zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten verpflichtet werden sollten. Die komplizierte Weltlage mit Zöllen, militärischen Konflikten, Rohstoffknappheit bei seltenen Erden und Co. sorgen für ein Übermaß an Krisen, das an die Substanz gehen kann und Prioritäten verschiebt. Das zeigen auch Anmerkungen einiger Umfrageteilnehmer, die sich eher aus Zwang, als Überzeugung mit CO2-Fußabdrücken befassen.

Das Thema bleibt

Weg ist das Thema jedenfalls nicht. Und auch wenn die Umfrage eine gewisse Stagnation zeigt, verschwinden wird es auch nicht. Das Klima wartet nicht auf bessere Zeiten für Unternehmen, zudem sind weiterhin steigende Preise für CO2-Zertifikate zu erwarten. Ab 2027 wird das deutsche Zertifikatsystem mit festen Preisen durch ein EU-System abgelöst, bei dem die Preise für CO2-Zertifikate frei am Markt festgelegt werden. Wie hoch die Preise dann sein werden, entscheidet der Markt, wobei die Zertifikatmenge allmählich sinken soll. Wo genau die Preise landen werden, lässt sich dann nicht mehr genau vorhersagen, doch gehen die meisten Experten von deutlichen Steigerungen aus. So berichten auch einige Umfrageteilnehmer davon, das Thema in Zukunft weiter verfolgen zu wollen. „Wir werden uns in Zukunft damit intensiver befassen“, schreibt ein Umfrageteilnehmer, ein anderer merkt an, das Thema zumindest mittelfristig angehen zu wollen.

BESSER LACKIEREN befragt für jede Ausgabe Entscheider aus der industriellen Lackiertechnik zu einem aktuellen Thema. Das schnelle Onlineverfahren ermöglicht eine hohe Beteiligung und somit ein exklusives Stimmungsbild. Möchten Sie auch teilnehmen? Eine formlose Email an jan.gesthuizen@vincentz.net genügt.