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Trockenfilter fest etabliert

Ohne Overspray geht es nicht. Zumindest für die allermeisten Betriebe sind oversprayfreie Applikationsverfahren noch Zukunftsmusik. Wie Lackierbetriebe damit umgehen und dieses abscheiden, zeigt die aktuelle Umfrage.

Grafische Aufbereitung der im Text erwähnten Daten
Die Trockenabscheidung hat sich als Standard fest etabliert. 15% der Lackierbetriebe nutzen die elektrostatische und 9% die Nassabscheidung. Grafik: Redaktion

Aktuell fällt beim Nasslackieren gut 28% Overspray an, wie die aktuelle Umfrage ergibt. Diese Zahl ist zwar nur eine grobe Hausnummer, da sie auch auf Schätzwerten beruht, zeigt aber, dass einiges an Abfall anfällt, der entsorgt werden muss. Dabei ist die Bandbreite, auf der der Durchschnittswert beruht äußerst breit, von 5 bis 60%.

Sehr variable Wechselzeiten

Die große Bandbreite spiegelt sich auch in den Wechselzeiten für Filter wider, die in der Oversprayabscheidung genutzt werden. Während einige Umfrageteilnehmer Filter nicht einmal jährlich wechseln, ist dies anderswo alle paar Wochen nötig. In jedem Fall sind mit der Oversprayabscheidung Kosten verbunden, ebenso wie Umweltauswirkungen.

Die Nassauswaschung verliert nach und nach an Bedeutung und wird laut Umfrage nur noch von gut 9% aller Lackierbetriebe genutzt. Da dabei große Mengen zu entsorgendes belastetes Wasser anfallen können, ist diese Entwicklung tatsächlich wenig überraschend.

Die Trockenabscheidung hat sich hingegen als Standard fest etabliert und steht mit 76% unangefochten an der Spitze. „Die Erfahrungen mit der Trockenabscheidung gegenüber der alten Wasserabscheidung sind für uns so gut, dass wir nie zurück wechseln würden“, erklärt etwa ein Umfrageteilnehmer. Zum Einsatz kommt dabei eine breite Palette an Technologien. Filtermatten, Kartonfilter oder aber Steinmehl sind übliche Technologien. In jedem Fall wird der Lacknebel dabei an einen Feststoff gebunden, welcher dann vergleichsweise einfach entsorgt werden kann. Kartonfilter, die in den letzten Jahren eine immer größere Verbreitung gefunden haben, werden oft thermisch entsorgt, sprich die Kartonsysteme werden verbrannt und liefern so beispielsweise in Müllverbrennungsanlagen Energie für Wärmenetze. Steinmehl ist eine ebenfalls beliebte Trockenfiltertechnik und besticht durch geringere Betriebskosten, erfordert aber mitunter einen höheren Anfangsinvest.

Wirtschaftlichkeit im Vordergrund

Dass die Trockenabscheidung der Weg für alle Lackierbetriebe ist, wäre jedoch übertrieben. „Eine komplette Änderung des Abscheidesystems zu Trockenabscheidung oder Steinmehl ist auf Grund der Investkosten sowie des örtlich begrenzten Bauraums nicht geplant“, erklärt ein Teilnehmer, der auf die elektrostatische Abscheidung setzt. Egal, welches System am Ende zum Einsatz kommt, im Vordergrund steht für die Anwender dabei eine wirtschaftliche Lösung. Um das zu erreichen, stehen besonders längere Standzeiten, bzw. bessere Abscheidungsleistungen und geringere Entsorgungskosten im Fokus, wie die Umfrage zeigt.

Lackierbetriebe, die Teil des BESSER LACKIEREN Trendbarometers sein wollen, können sich an jan.gesthuizen@vincentz.net wenden, um in den Umfrageverteiler aufgenommen zu werden.