Marktgeschehen Trendbarometer
Wie applizieren Pulverlackierer?
Das Ergebnis ist eindeutig. Die große Mehrheit aller Pulverlackierbetriebe nutzt die Corona-Aufladung bei der Applikation. Ganze 87 % aller Umfrageteilnehmer haben so abgestimmt. Auf Platz 2 folgen mit großem Abstand die Tribo-Aufladung mit lediglich 20 % sowie sonstige Verfahren mit 2 %, wobei Mehrfachmeldungen möglich waren.
Der Grund für die Dominanz liegt vor allem in der hohen Prozessflexibilität und Automatisierbarkeit der Corona-Technologie. Dabei werden Pulverpartikel über eine Hochspannungselektrode aufgeladen und haften anschließend auf dem leitfähigen Werkstück. Besonders bei hohem Durchsatz und breiter Pulverkompatibilität gilt das Verfahren als Industriestandard.
Allerdings zeigt die Praxis auch Grenzen. Der sogenannte Faraday-Effekt erschwert die Beschichtung von Hinterschneidungen oder tiefen Geometrien. Hier kann die Tribo-Aufladung Vorteile bieten, da die Pulverpartikel durch Reibung im Pulverrohr geladen werden. Das reduziert freie Ionen und verbessert teilweise die Beschichtung komplexer Bauteile. Dem stehen jedoch höherer Luftbedarf, geringere Regelbarkeit und stärkerer Verschleiß gegenüber.
Duroplast bleibt Favorit bei Pulverlacken
Auch bei den eingesetzten Pulverlacktypen zeigt sich ein klarer Trend: 69 % der Betriebe arbeiten mit duroplastischen Pulverlacken. Thermoplastische Systeme kommen mit 56 % dennoch ebenfalls häufig zum Einsatz.
Duroplaste überzeugen vor allem durch harte, kratzfeste und temperaturbeständige Oberflächen. Thermoplaste punkten dagegen mit hoher Flexibilität und sehr großen Schichtdicken – ein Vorteil bei anspruchsvollem Korrosionsschutz.
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- welche Lösungen Hersteller gegen Faraday-Effekte anbieten,
- warum Tribo-Aufladung bei komplexen Geometrien Vorteile bringt und
- welche Anwendungen besonders von thermoplastischen Pulverlacken profitieren
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