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Prüfspektrum für Kunststoffsubstrate erweitert

Das Fraunhofer IPA hat sein Prüfspektrum für Kunststoffe deutlich erweitert. Mit fünf neuen Normprüfverfahren unterstützt das Institut die Industrie dabei, die Qualität und Belastbarkeit von Werkstoffen gezielter zu analysieren – insbesondere für den Einsatz in anspruchsvollen Anwendungen wie der Automobilindustrie.

Metin Kuyucu (Fraunhofer IPA)

Werkstück aus Kunststoff in einem Prüfstand
Die Prüfung nach DIN EN ISO 179-1 gibt Auskunft darüber, wie widerstandsfähig ein Material gegenüber schlagartigen Belastungen ist. Foto: IPA

Die Anforderungen an Kunststoffe und deren Beschichtungen steigen stetig – vor allem in sicherheitskritischen und mechanisch hoch belasteten Bereichen wie der Automobil- oder Maschinenbauindustrie. Um Unternehmen bei der zuverlässigen Bewertung und Weiterentwicklung ihrer Materialien zu unterstützen, hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sein Prüfspektrum erweitert.

Künftig bietet das Institut zusätzlich zu bestehenden Prüfleistungen fünf neue standardisierte Verfahren an. Damit lassen sich zentrale Werkstoffeigenschaften – wie Dichte, Füllstoffanteil, Zug- und Biegeverhalten sowie Schlagzähigkeit – präzise bestimmen. Grundlage sind bewährte internationale Normen (DIN EN ISO), die eine hohe Vergleichbarkeit und Aussagekraft der Messergebnisse sicherstellen.

Aussagekräftige Kennwerte für Entwicklung und Qualitätssicherung

Die neuen Verfahren ermöglichen es, sowohl die physikalische Zusammensetzung als auch das mechanische Verhalten von Kunststoffen gezielt zu untersuchen. Besonders praxisrelevant ist etwa die Dichtebestimmung nach DIN EN ISO 1183-1, die auf dem archimedischen Prinzip basiert und Hinweise auf Materialhomogenität und Verarbeitungsqualität liefert.

Mit der Glührückstandsbestimmung (DIN EN ISO 3451-1) wird der Anteil anorganischer Füllstoffe exakt erfasst – ein zentraler Parameter für mechanische und thermische Eigenschaften. Auch die klassischen mechanischen Prüfungen wie Zugprüfung (DIN EN ISO 527-1/-2), Schlagzähigkeit nach Charpy (DIN EN ISO 179-1) und Biegeprüfung (DIN EN ISO 178) erweitern die diagnostischen Möglichkeiten erheblich.

Relevanz für Branchen mit hohen Materialanforderungen

Die erweiterten Prüfkapazitäten richten sich insbesondere an Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der kunststoffverarbeitenden Industrie. Hier kommt es auf detaillierte Werkstoffdaten an, um Entwicklungsentscheidungen abzusichern oder die Einhaltung von Spezifikationen in der Produktion nachzuweisen.

Mit dem erweiterten Angebot stärkt das Fraunhofer IPA seine Rolle als verlässlicher Partner der Industrie in Fragen der Werkstoffprüfung und -entwicklung.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN lesen in der Langfassung des Artikels in Ausgabe 7/2025:

  • Welche Normprüfungen konkret neu hinzugekommen sind
  • Wie die einzelnen Prüfverfahren technisch durchgeführt werden
  • Warum die neuen Prüfmethoden für die Qualitätssicherung entscheidend sind

Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, Dr. Michael Hilt, Tel. +49 711 970-3820, michael.hilt@ipa.fraunhofer.de
Metin Kuyucu, Tel. +49 711 970-3709, metin.kuyucu@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de/beschichtung