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DIN EN ISO 9466: Schienenfahrzeuge beschichten

Mit der Veröffentlichung der DIN EN ISO 9466 im Juni 2025 ist der Bahnindustrie ein wichtiger Schritt in Richtung Harmonisierung gelungen. Die Norm ersetzt nationale Einzelvorgaben und schafft klare technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen – mit spürbaren Effizienz- und Wettbewerbsvorteilen für Hersteller, Betreiber und Beschichtungsbetriebe.

Philip Malchow (IFO Institut für Oberflächentechnik)

Nasslackapplikation auf ein Werkstück
Die Norm definiert Leistungsanforderungen und Abnahmekriterien für Beschichtungen von Schienenfahrzeugen und beschreibt den gesamten Prozess. Foto: IFO

Bisher mussten Bahnbauer und Zulieferer für unterschiedliche Länder und Betreiber separate Beschichtungssysteme entwickeln, testen und zulassen. Diese Vielfalt nationaler Regelwerke verursachte doppelte Prüfungen, hohe Kosten und lange Entwicklungszyklen. Auch Innovationen und internationaler Handel wurden dadurch gebremst.

Die neue DIN EN ISO 9466 schafft nun einen verbindlichen, global einheitlichen Rahmen. Sie beschreibt Anforderungen und Prüfverfahren für alle Beschichtungsarten – ob Flüssig- oder Pulverlack – und erstreckt sich auf sämtliche Fahrzeugbereiche: Innenräume, Boden- und Korrosionszonen sowie Außenflächen mit und ohne UV-Belastung. Abgedeckt sind Materialien von Stahl über Edelstahl und Aluminium bis hin zu Verbundwerkstoffen.

Weniger Aufwand, mehr Prozesssicherheit

Für Hersteller reduziert sich der Qualifizierungsaufwand deutlich: Ein zugelassenes System gilt künftig weltweit. Das vereinfacht Ausschreibungen, beschleunigt Genehmigungen und senkt Kosten. Betreiber profitieren von vergleichbaren Spezifikationen und klaren Beschaffungskriterien, was Planungsrisiken und Nachbesserungen reduziert.

Auch die Applikationsbetriebe sind direkt angesprochen: Die Norm fordert nicht nur qualifizierte Produkte, sondern auch dokumentierte Prozesse, geprüfte Applikationsverfahren und kontinuierliche Qualitätsüberwachung. Das stärkt die Reproduzierbarkeit in der Serie und senkt die Fehleranfälligkeit.

Umsetzung als Schlüssel zum Erfolg

Damit der Nutzen greift, müssen Hersteller, Betreiber, Zulieferer und Lackierbetriebe die Norm aktiv in Ausschreibungen, Zulassungen und Prozessabläufe übernehmen. Wer früh anpasst, kann sich international positionieren und Kostenpotenziale ausschöpfen.

Die Norm ist zudem bewusst als dynamisches Regelwerk angelegt. Bereits im Oktober 2025 startet der nächste Überarbeitungszyklus. Erfahrungen aus der Praxis, technologische Entwicklungen und offene Fragen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 15/2025 unter anderem:

  • Welche Prüf- und Abnahmeverfahren konkret vorgeschrieben sind
  • Wie sich die Umstellung auf Lackhersteller und Auftragnehmer auswirkt
  • Welche Chancen sich für Beschichtungsbetriebe im internationalen Projektgeschäft ergeben

Zum Netzwerken:
IFO Institut für Oberflächentechnik GmbH, Schwäbisch-Gmünd, Philip Malchow, Tel. +49 7171 10407-52, philip.malchow@ifo-gmbh.de, www.ifo-gmbh.de