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Lackeigenschaften normgerecht prüfen

Sicherheit, Nachhaltigkeit und Benetzbarkeit sind zentrale Kriterien moderner Beschichtungsstoffe. Um diese Eigenschaften zuverlässig bewerten zu können, aktualisiert der DIN-Normenausschuss Beschichtungsstoffe (DIN NAB) derzeit zahlreiche relevante Normen – mit spürbaren Auswirkungen für Lackhersteller, Anwender und Prüflabore.

Dr. Astrid Günther

Symbolgrafik
Der Kontaktwinkel ist eine zentrale Größe u.a. für die Haftfestigkeit und die Beschichtungsqualität. Foto: Redaktion / KI

Materialeigenschaften sind die Basis jeder funktionssicheren Beschichtung. Nur wenn sicherheitsrelevante Aspekte geklärt, VOC-Gehalte bekannt und Benetzbarkeit sowie Oberflächenspannung korrekt eingestellt sind, kann ein Lacksystem seine Schutzwirkung dauerhaft entfalten. Der vorliegende Fachbeitrag gibt einen Überblick über zentrale Normen, die aktuell an den Stand der Technik angepasst werden, und ordnet deren Bedeutung für die Praxis ein.

Sicherheit und Emissionen im Fokus

Ein Schwerpunkt der Überarbeitungen liegt auf sicherheitsrelevanten Prüfungen. Die aktualisierte DIN EN ISO 9038 regelt die Bestimmung der Weiterbrennbarkeit von Flüssigkeiten bis 100 °C. Mit dem Verfahren lässt sich beurteilen, ob ein Produkt trotz Einstufung als entzündbar bei bestimmten Temperaturen selbstständig weiterbrennt. Die Norm findet Anwendung unter anderem bei pigmentierten Beschichtungsstoffen, Klarlacken, Lösemitteln und Klebstoffen. Ergänzt wurden im Zuge der Überarbeitung Hinweise zu möglichen Zünd- und Brandszenarien während der Prüfung.

Auch die Bestimmung von VOC- und SVOC-Gehalten wurde neu gefasst. Die überarbeitete DIN EN ISO 11890-1 und -2 berücksichtigt nun zusätzliche Materialsysteme. Teil 1, das gravimetrische Verfahren, wurde auf Mehrkomponenten- und strahlenhärtende Beschichtungsstoffe ausgeweitet. Gleichzeitig senkten die Normungsexperten die untere Anwendungsgrenze für den VOC-Gehalt von 15 auf 5 Prozent. Teil 2 beschreibt weiterhin das gaschromatographische Verfahren, wurde jedoch formal angepasst und aktualisiert.

Benetzbarkeit und Oberflächenspannung präziser messen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Normenreihe DIN EN ISO 19403 zur Beurteilung der Benetzbarkeit. Mehrere Teile wurden umfassend überarbeitet. So definiert Teil 2 die Bestimmung der freien Oberflächenenergie fester Substrate mittels Kontaktwinkelmessung nun mit angepassten Probenabmessungen und präzisierten Begriffen. Teil 3 behandelt die Messung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten über den hängenden Tropfen und wurde unter anderem um zusätzliche Kenngrößen ergänzt.

Die Teile 4 und 5 konkretisieren Verfahren zur Ermittlung polarer und disperser Anteile der Oberflächenspannung. Neu aufgenommen wurden dabei auch Aspekte der dynamischen Kontaktwinkelmessung. Die Teile 6 und 7 befassen sich ebenfalls mit dynamischen Kontaktwinkeln und beschreiben Messmethoden über Tropfenvolumenänderung beziehungsweise den Neigetisch. Ziel aller Anpassungen ist eine bessere Vergleichbarkeit und höhere Aussagekraft der Messergebnisse.

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  • Welche normativen Änderungen konkrete Auswirkungen auf Lackierprozesse haben
  • Wie sich die neuen Anforderungen auf Prüfaufwand und Dokumentation auswirken
  • Welche Normen für Beschichter und Lackhersteller künftig besonders relevant sind

Zum Netzwerken:
DIN – Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), Berlin, Bernd Reinmüller, Tel. +49 30 2601-2447, bernd.reinmueller@din.de, www.din.de