Technologien Metalllackierung
Rissbildung bei Coil Coating Blechen
Ein Kunde der DFO Service GmbH kauft regelmäßig bandbeschichtete Bleche zu und biegt diese anschließend in die gewünschte Endform um. Dieser Prozess lief bisher fehlerfrei ab. Auch bei der Anlieferung einer neuen Charge zeigten sich zuerst keine Auffälligkeiten der noch nicht umgeformten Bleche. Doch nach dem Umformungsprozess wurden auf einmal kleinste Risse in der Beschichtung festgestellt. Die DFO hat den Fall untersucht.
Zunächst wurde geprüft, ob die Beschichtung fehlerhaft war. Weder DSC- noch IR-Analysen zeigten Unterschiede zwischen i.O.- und n.i.O.-Chargen. Hinweise auf eine unzureichende oder übermäßige Aushärtung konnten ausgeschlossen werden.
Der Fokus verlagerte sich daher auf das Substrat. Nach dem Entlacken wurden deutliche Unterschiede sichtbar: Das fehlerhafte Bauteil zeigte bereits im Grundmaterial Risse, die sich beim Umformen in die Beschichtung fortsetzten. REM/EDX-Untersuchungen bestätigten diese Befunde.
Die eigentliche Ursache lag jedoch tiefer: Der Lieferant hatte lediglich eine Umformbarkeit von T-Bend 1,5 zugesichert – der Kunde ging hingegen von T-Bend 0 aus. Die stärkere Umformung überschritt somit die Materialgrenzen. Dass frühere Chargen problemlos verarbeitet wurden, war letztlich Zufall.
Der Fall zeigt: Technische Spezifikationen müssen eindeutig definiert und abgestimmt sein. Andernfalls entstehen Fehler, die erst spät sichtbar werden – und dann teuer werden können.
Sie wollen mehr wissen? Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 7/2026 weiterhin:
- welche Prüfmethoden im Detail eingesetzt wurden
- wie sich Substratfehler frühzeitig erkennen lassen
- welche T-Bend-Anforderungen in der Praxis üblich sind
Zum Netzwerken:
Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung e. V., Neuss, Roland Grolik, Tel. +49 2131 40811-12, grolik@dfo-service.de, www.dfo-service.de