Technologien Vorbehandeln-Entlacken
Aktivierung besser nachweisen
Bei Kunststoffbauteilen zeigt sich mangelhafte Haftfestigkeit oft erst nach der Lackierung. Ein neues infrarotspektroskopisches Verfahren könnte die Aktivierungsqualität künftig deutlich schneller bewerten.
Die Aktivierung von PP-Compounds ist ein entscheidender Schritt vor der Lackierung von Kunststoffbauteilen wie Stoßfängern. Verfahren wie Beflammen, Corona- oder Plasmabehandlung erzeugen polare Gruppen auf der Oberfläche, die für eine dauerhafte Lackhaftung notwendig sind. Ob die Aktivierung tatsächlich ausreichend war, zeigt sich bislang jedoch häufig erst nach dem Lackierprozess – etwa im Druckwasserstrahltest.
Schnellere Bewertung der Aktivierung
Genau hier setzt ein neues Verfahren an, das am Fraunhofer IPA entwickelt wird. Ziel ist es, die Qualität und Reaktivität der aktivierten Oberfläche bereits unmittelbar nach der Vorbehandlung bewerten zu können.
Bisherige Methoden wie Testtinten oder Kontaktwinkelmessungen gelten entweder als ungenau, aufwendig oder nur eingeschränkt aussagekräftig. Das neue Verfahren kombiniert dagegen eine chemische Verstärkung der Aktivierungsschicht mit infrarotspektroskopischer Analyse. Dabei reagieren spezielle Silane mit den polaren Gruppen der Oberfläche und erzeugen messbare Polysiloxan-Strukturen.
Erste Versuche zeigen deutliche Unterschiede zwischen aktivierten und unbehandelten Flächen. Damit könnte künftig eine schnelle und vergleichsweise kostengünstige Bewertung der Aktivierungsqualität möglich werden. Allerdings arbeiten die Forscher noch an der Reproduzierbarkeit und Robustheit des Verfahrens.
Für Lackierer könnte dies künftig ein wichtiger Schritt sein, um Haftfestigkeitsprobleme früher zu erkennen und Ausschuss zu vermeiden.
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- warum bestehende Prüfmethoden an Grenzen stoßen
- wie die chemische Verstärkung der Aktivierung funktioniert
- welche Herausforderungen bei der Reproduzierbarkeit noch bestehen
Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, Dr. Oliver Tiedje, Tel. +49 711 970-1773, oliver.tiedje@ipa.fraunhofer.de,
Markus Keuerleber, Tel. + 49 711 970-3828, markus.keuerleber@ipa.fraunhofer.de
Dr. Norbert Pietschmann, Tel. +49 711 970-3831, norbert.pietschmann@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de/de/loesungen/beschichtungen-und-multifunktionale-materialien.html