Technologien Vorbehandeln-Entlacken

Abrasive Vorbehandlung mit Vakuumsaugstrahlen

Vakuumsaugstrahlen ist ein automatisiertes und sauberes Verfahren, um durch Anrauen von Oberflächen Haftung vor dem Kleben zu erzeugen. Durch die direkte Absaugung der Strahlpartikel entsteht eine rückstandsfreie Oberfläche. Das Verfahren ermöglicht gleichzeitig Vorbehandlung sowie Aktivierung von Oberflächen und kann auch als Abtragmethode von FVK-Einzellagen zum Schäften für Reparaturen verwendet werden.

Versuchsaufbau Vakuumsaugstrahl-System
Das entwickelte Vakuumsaugstrahl-System umfasst neben dem robotischen Endeffektor inklusive Vakuumsaugstrahl-Düse einen Abtragkontrollsensor für das Inline-Monitoring zur Qualitätssicherung. Foto: Fraunhofer IFAM

Beim Vakuumsaugstrahlen fördert eine Düse per Unterdruck abrasive Strahlpartikel auf die zu behandelnde Oberfläche und saugt die Partikel unmittelbar danach wieder ab. Für eine Oberflächenvorbereitung vor dem Kleben wird der Bereich auf dem Bauteil dadurch aufgeraut oder abgetragen, je nach Intensität und Anwendung. Die Oberflächenbehandlung vergrößert so die zu klebende Oberfläche, welche gleichzeitig rückstandfrei hinterlassen wird. Das robuste Prinzip des Vakuumsaugstrahlens ermöglicht eine flexible Anwendung.

Bei CFK-Teilen Einzellagen entfernen

Neben vorbehandelnden und aktivierenden Funktionen können bei Bauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen (FVK) – wie carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) – auch Einzellagen entfernt werden (Schäften), um die Bauteile zu reparieren. Spezielle Strahlmittel und an die Anwendung angepasste Prozessparameter sind entsprechend variierbar. Der Strahlkopf lässt sich von einer Automatisierungseinheit führen, wodurch der Prozess stabiler ist und die Oberflächen gleichmäßig behandelt werden.

Wichtig ist eine gute Abdichtung des Strahlkopfs zur Oberfläche, um das nötige Vakuum zu erzeugen. Die kontaktbehaftete Applikation muss den Abstand der inneren Strahldüse zur Oberfläche halten. Das Vakuumsaugstrahlen ist eine wichtige Technologie, welche das Fraunhofer IFAM anwendet und weiterentwickelt. In Stade steht eine robotergestützte Anlage zur Verfügung.

Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Außenstelle Stade, Dr.-Ing. Leander Brieskorn, Mobil: +49 15124212814, leander.brieskorn@ifam.fraunhofer.de, www.ifam.fraunhofer.de/stade