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Oberflächentechnik setzt auf Stabilisierung

Zwar hat der Maschinenbau die konjunkturelle Talsohle punktuell erreicht, insgesamt bleibt die Nachfrage aus vielen Kundenbranchen jedoch volatil. Hohe Unsicherheiten bei Kosten und Lieferketten erschweren die Planung, berichtet der VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik.

Porträtfoto Robert Hild
Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik, weist darauf hin, dass der Außenhandel eine tragende Säule der Oberflächentechnik bleibt. Foto: VDMA/Sarah Kastner Fotografie

„Die Oberflächentechnik ist innovationsstark und international wettbewerbsfähig. Gleichzeitig stoßen Tempo und Umsetzungskraft zunehmend an Grenzen, wenn die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland nicht verlässlich sind“, sagt Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik. Als exportorientierte Branche spürt die Oberflächentechnik die zunehmende geopolitische Fragmentierung deutlich. Handelsbarrieren, Sanktionsregime sowie anhaltende Diskussionen über Zölle – etwa auf Stahl- und Aluminiumderivate – erhöhen die Unsicherheit und dämpfen Investitionsentscheidungen.

Volatiler Auftragseingang, Außenhandel als Stütze

Der Auftragseingang der Oberflächentechnik verlief 2025 insgesamt rückläufig. Über das Jahr hinweg lag er bei minus 12 %, wobei das Inland schwächer tendierte als das Ausland. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzte sich die verhaltene Entwicklung fort. Einzelne Großprojekte führen zudem zu starken monatlichen Ausschlägen.

Der Außenhandel bleibt eine tragende Säule der Branche. Die deutschen Exporte von Geräten und Anlagen zur Oberflächenbehandlung legten 2025 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 % zu. Regional zeigt sich jedoch ein heterogenes Bild: Während die Lieferungen in die EU rückläufig waren, kamen wichtige Impulse aus den USA und Mexiko. Die Exporte nach China gingen dagegen spürbar zurück.

Gedämpfte Erwartungen für 2026

Auch auf der Produktionsseite setzte sich der rückläufige Trend fort. Die Inlandsproduktion sank 2025 erneut, während die Bedeutung internationaler Standorte weiter zunimmt. Die Ergebnisse der aktuellen VDMA-Konjunkturumfrage spiegeln diese Gemengelage wider: Zwar bewerten viele Unternehmen ihre Lage als stabil, gleichzeitig sehen über 60 % eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Entsprechend rechnet der Fachverband Allgemeine Lufttechnik nach einem rückläufigen Jahr 2025 auch 2026 mit einem nominalen Umsatzminus von rund 2 %. Erst ab 2027 könnten sich die Vorzeichen wieder verbessern – vorausgesetzt, die externen Rahmenbedingungen stabilisieren sich.

Für die Oberflächentechnik bleibt 2026 damit ein Jahr der Konsolidierung. Die Unternehmen sind technologisch gut positioniert, doch die Dynamik wird zunehmend durch Standortfaktoren begrenzt. Entscheidend sind Investitionen in den Kundenindustrien, verlässliche handelspolitische Weichenstellungen, Bürokratieabbau sowie die konsequente Nutzung von Digitalisierungs-, Service- und Exportpotenzialen. Auch der europäische Markt muss wieder an Stärke gewinnen.

Zum Netzwerken:
VDMA e. V., Frankfurt, Dr. Martin Riester, Tel. +49 69 6603-1290, martin.riester@vdma.eu, www.vdma.eu