Highlights und Investitionen 2022

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben Lackierbetriebe auch 2022 wieder ordentlich investiert, um sich für die Zukunft gut aufzustellen. Das aktuelle Trendbarometer zeigt, in welchen Bereichen die Betriebe besonders aktiv waren und wie der Krieg in der Ukraine auf die Lackierbetriebe durchschlägt.

Mit Blick auf die Zukunft haben Lackierbetriebe auch 2022 wieder ordentlich investiert. Grafik: Redaktion

Das Trendbarometer startet zunächst positiv: Befragt nach ihren Highlights des Jahres 2022, berichten 44% der Umfrageteilnehmer von einer Zunahme an Fachpersonal. Das ist erfreulich und übertrifft sogar die Ankündigungen aus dem Trendbarometer Anfang des Jahres. Damals gaben 37% aller Lackierbetriebe an, in Personal investieren zu wollen. Dass damit nun alle Mitarbeiter- und Fachkräfteprobleme aus der Welt sind, bedeutet das Ergebnis allerdings nicht. Der Wunsch nach mehr Personal wird bei Umfragen dieser Art immer wieder hoch bewertet. Fluktuation sorgt dafür, dass das Thema ein Dauerbrenner bleibt. Doch nicht nur die Anwerbung neuer Mitarbeiter ist wichtig, sondern auch die Weiterbildung der vorhandenen. Ein Umfrageteilnehmer berichtet, dass er so die hohe Austrittsquote beim Personal kompensieren möchte.

Weitere Highlights sind dann vor allem technischer Natur und haben immer wieder mit dem Thema Energie zu tun. 30% der Teilnehmer geben an, dass sie eine durchgeführte Druckluftoptimierung als ihr Highlight 20222 ansehen. Es werden aber auch neue Ofentechnik oder ein Wärmeaudit als konkrete energiebezogene Maßnahmen genannt. Hier zeigt sich, dass nicht alle gesteckten Ziele erreicht wurden. So gaben Anfang des Jahres noch 18,5% aller Lackierbetriebe an, in neue Öfen investieren zu wollen. Mit den nun genannten 7,5% ist hier deutlich weniger umgesetzt worden. Als Ursache kommen zwei Faktoren infrage: Zum einen sind Lieferengpässe weiterhin ein Thema, auch wenn sich die Situation insgesamt langsam leicht zu verbessern scheint, zum anderen auch die Situation auf dem Gasmarkt. Die Umfrage Anfang des Jahres wurde noch vor Kriegsausbruch in der Ukraine erstellt. Nicht jeder, der noch Anfang des Jahres in einen gasbetriebenen Ofen investieren wollte, will dies jetzt noch tun und muss nun umplanen.

Hohe Kostenbelastung

Die Auswirkungen bekommen Lackierbetriebe nicht nur beim Ofen zu spüren, wie die aktuelle Umfrage zeigt. Nach den Auswirkungen gefragt, geben 96% an, dass ihre Energiekosten gestiegen sind. Dies betrifft nicht nur den Ofen, sondern auch alle anderen Teile der Lackiererei. Mit 85% gibt auch eine sehr große Mehrheit an, mit steigenden Materialkosten aufgrund des Konflikts umgehen zu müssen. Mit 59% ist zudem ein Großteil der Meinung, dass sich Lieferketten negativ entwickelt hätten, was der Entspannung bei der weltweiten Containerlogistik, etwa nach China zumindest einen Dämpfer verpasst.

Doch Energie und Ukraine sind nicht die einzigen Themen, die Lackierbetriebe beschäftigt haben. Investiert wurde zum Beispiel auch in neues Equipment, in bessere Logistik oder es wurden neue Lacksysteme und Applikationen etabliert. Besonders neue Lackierpistolen nennen Umfrageteilnehmer oft in Einzelkommentaren. Einzelne Umfrageteilnehmer weisen darauf hin, dass auch ihre neuen Lacksysteme Energieeinsparungen mit sich bringen, da sie bei niedrigeren Temperaturen aushärten.

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