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Die Lagerung macht den Unterschied

Bei einem Lackierbetrieb traten Inhomogenitäten im Lack auf. In Verdacht stand ein möglicherweise unzureichend verschlossenes Gebinde eines Lackhärters. Die Frage, die sich nun stellt: Was geschieht chemisch, wenn ein reaktiver Härter mit Umgebungsluft in Kontakt kommt? Um dies eindeutig zu klären, wurde die ¹H-NMR-Spektroskopie (400 MHz) eingesetzt – ein hochauflösendes Analyseverfahren, das selbst kleinste Veränderungen in empfindlichen Komponenten sichtbar macht.

Dr. André Muthig (Analytik Service Obernburg)

Symbolbild Lacklager
Isocyanathärter reagieren empfindlich auf falsche Lagerung. Foto: Redaktion / mit KI erstellt

Im Fokus stand ein Härter auf Basis von Isocyanaten, Acrylaten und Lösemitteln. Im Test blieb der Härter unter praxisnaher Handhabung stabil: Mehrfaches kurzes Öffnen und anschließendes dichtes Verschließen führte zu keinen messbaren Veränderungen. Kritisch wurde es erst bei längerer Exposition gegenüber Umgebungsluft.

Die Analyse zeigte deutliche Veränderungen an den Isocyanatgruppen – ein Hinweis auf Reaktionen mit Luftfeuchtigkeit. Diese beeinflussen direkt die Reaktivität und damit die Leistungsfähigkeit des Härters. Lösemittelverluste spielten dagegen nur eine Nebenrolle, Acrylatbestandteile blieben stabil.

Für die Praxis heißt das: Nicht das Öffnen selbst ist problematisch, sondern ungeschützte Lagerung über längere Zeit. Bereits geringe Mengen Feuchtigkeit können die chemische Struktur verändern – mit direkten Auswirkungen auf das Lackierergebnis.

Der Fall zeigt zudem, welchen Mehrwert moderne Analytik bietet. Die NMR-Spektroskopie liefert präzise Einblicke und hilft, Fehlerursachen eindeutig zu identifizieren.

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  • wie schnell Isocyanate unter realen Bedingungen reagieren
  • welche Grenzwerte für Lagerzeiten kritisch sind
  • wie sich typische Fehler in der Praxis vermeiden lassen

Zum Netzwerken:
Analytik Service Obernburg, Obernburg, Dr. André Muthig, Tel. +49 6022 81-2451, andre.muthig@aso-labor.de, www.aso-labor.de