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Wie Hühnerfedern Bauteile schützen könnten

Hühnerfedern könnten künftig mehr sein als Abfall: Fraunhofer-Forscher untersuchen Keratin als kostengünstigen, multifunktionalen Füllstoff für Lacke und Beschichtungen.

Dr. Silvia Schweizer (Freie Mitarbeiterin BESSER LACKIEREN)

Gläser mit den Zwischenschritten von Hühnerfedern bis zur Beschichtung
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Aus gereinigten Hühnerfedern lassen sich über mehrere Zwischenschritte Keratin-Mikropartikel herstellen, die dann als funktionelle Füllstoffe in Beschichtungen nutzbar sind. Foto: Fraunhofer IPA, Rainer Bez

Mineralische Füllstoffe wie Silikate und Carbonate sind etabliert, ihre Aufbereitung ist jedoch energieintensiv. Eine Alternative könnte Keratin aus Hühnerfedern liefern. Zu Mikro- oder Nanopulver verarbeitet, zeigt das Protein interessante Eigenschaften: Es ist schwer biologisch abbaubar und könnte damit die Beständigkeit gegen mikrobiellen Befall erhöhen. In Kombination mit geringen Mengen Kupfer zeigten Laborversuche zudem einen UV-Schutzeffekt.

Auch mit Bornitrid bildet Keratin geordnete Strukturen. Beschichtungen werden dadurch mechanisch stabiler und nehmen weniger Wasser auf – interessant für Korrosionsschutzanwendungen wie Zäune, Gartengeräte oder Outdoor-Möbel.

Von der Laboridee zur industriellen Nutzung

Eine Herausforderung bleibt die Herstellung: Chemische Verfahren liefern große Mengen, schränken aber die Funktionalität ein. Mechanochemische Verfahren sind schonender, bislang jedoch nur für kleine Mengen geeignet. Mit Industriepartnern soll deshalb die Produktion hochskaliert werden. Eine Vor-Ort-Aufbereitung der Federn könnte zusätzlich Transport, CO₂-Emissionen und Kosten reduzieren.

Mehr im ausführlichen Artikel: Abonnenten von BESSER LACKIEREN lesen im ausführlichen Artikel in Ausgabe 14/2026 außerdem:

  • Keratins Eigenschaften als Füllstoff und funktionales Additiv,
  • Chancen und Grenzen verschiedener Herstellungsverfahren und
  • wie die industrielle Verarbeitung von Hühnerfedern aussehen könnte.

Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, Dr. Matthias Wanner, Tel. +49 711 970-3852, matthias.wanner@ipa.fraunhofer.de, www.ipa.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Potsdam, Dr. Dmitry Grigoriev, Tel. +49 331 568-3219, dmitry.grigoriev@iap.fraunhofer.de, www.iap.fraunhofer.de