Lacke im Fokus

Mehr als 1150 begutachtete Schadensfälle hat Dr. Thomas Hermann gemeinsam mit seinen Labor-Spezialisten analysiert. In Teil 5 der Serie über die Ursachen erläutern die Autoren, wie Beschichter Fehler durch die geeignete Lackauswahl vermeiden können.

Nahaufnahme eines Fassadenelements mit Veränderungen des Farbtons
Das pulverbeschichtete Fassadenelement weist deutliche Farbton-Veränderungen durch UV-Beanspruchung auf. Foto: Dr. Herrmann GmbH

Die Auswertung der Schadensfälle zeigte, dass rund 9% der Beschichtungsschäden durch die Anwendung ungeeigneter Lackmaterialien entstehen. Ein häufig auftretendes Schadensbild ergibt sich, wenn eingeschränkt witterungsbeständige Pulverlacke für Außenanwendungen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Bindemittel-Kombinationen, z.B. aus Epoxyd und Polyester. Diese sogenannten Hybrid-Formulierungen, auch als Mischpulver bezeichnet, sind nur unzureichend gegen UV-Strahlung (Sonnenlicht) beständig. So kommt es nach relativ kurzer Zeit zu Kreidungserscheinungen. Bei qualitativ schlechten Außenpulver-Formulierungen kann die UV-Beanspruchung zu Farbveränderungen führen. Ursache hierfür sind nur bedingt UV-beständige Farbpigmente. „Eine Kreidung, die dem Bindemittel zuzuordnen ist, muss nicht mit dem Abbau des Farbpigments einhergehen“, so Dr. Herrmann. Gleiches trifft dem Experten zufolge auf Nasslacke zu.
Typische Schadensbilder ergeben sich häufig bei der Ausbesserung von Pulverlackbeschichtungen mit 1K-Nasslacken. Hier empfiehlt es sich, für die Reparatur von witterungsbeständigen Polyester-Pulverlacken 2K-UV-beständige Nasslacksysteme einzusetzen. Schäden sind darüber hinaus auch häufig bei Doppelbeschichtungen und Effektpulvern zu beobachten.

Hierzu erfahren Sie weitere Einzelheiten in BESSER LACKIEREN 5/2022.

Serie über Fehler bei der Oberflächenbeschichtung und wie man sie vermeiden kann

Mehr als 1150 begutachtete Schadensfälle hat der Gutachter Dr. Thomas Hermann gemeinsam mit seinen Labor-Spezialisten analysiert. Die dabei ermittelten Fehlerursachen bilden die Basis einer mehrteiligen Serie in BESSER LACKIEREN.

  • Teil 1: Fehlerbilder kompakt analysiert
    Im ersten Teil geht es um Planungs- und Ausschreibungsfehler sowie um den falschen Werkstoffeinsatz.
  • Teil 2: Konstruktion und Kante
    Im Serienteil 2 liegt der Fokus auf nicht korrosionsschutzgerechten Konstruktionen und Schnittkanten.
  • Teil 3: Stolpersteine im nasschemischen Vorbehandlungsprozess
    Im dritten Teil erhalten Beschichter Tipps, wie sie Fehler bei der nasschemischen Oberflächenvorbehandlung vermeiden.
  • Teil 4: Schleifen, strahlen, sweepen
    Im vierten Serienteil erläutern die Autoren, welche Fehler bei der mechanischen Oberflächenvorbereitung auftreten können.
  • Teil 5: Lacke im Fokus
    Im fünften Serienteil beschreiben die Autoren, wie Beschichter Fehler durch die geeignete Lackauswahl verhindern können.
  • Teil 6: Im Zeichen der Applikation
    Im sechsten Serienteil geht es um Applikationsfehler und wie man sie vermeiden kann.
  • Teil 7: Lacktrocknung – ein kritischer Prozessschritt
    Im siebten Serienteil widmen sich die Autoren der Lacktrocknung bzw. -vernetzung und geben Tipps, wie Beschichter hierbei Fehler vermeiden können.
  • Teil 8: Unzulänglichkeiten bei den Substraten
    Der achte Serienteil zeigt, dass auch Unzulänglichkeiten bei den Substraten Oberflächenmängel verursachen.

Zum Netzwerken:

Dr. Herrmann GmbH & Co. KG, Dresden, Dr. Thomas Herrmann, Tel. +49 351 4961-103, office@dr-herrmann-gmbh.de, www.pulverlack-gutachter.de, www.dr-herrmann-gmbh.de

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