Spezielle Fehlerquellen

In einer kürzlich durchgeführten Analyse von über 1150 Schadensfällen waren rund 7% nicht unmittelbar auf die Pulver- und Nasslackbeschichtung zurückzuführen. Wie Teil 8 der Serie über Fehlerursachen aufzeigt, basieren diese Fehler häufig auf Unzulänglichkeiten bei den Substraten.

Nahaufnahme eines lackierten Gitters
Nahaufnahmen der verzinkten und pulverlackierten Gittersegmente mit deutlich erkennbaren Störungen im Lackfilm aufgrund nicht ordnungsgemäßem Grob-/Feinputz sowie scharfkantigen Rückständen/Abläufern nach der Verzinkung. Foto: Dr. Herrmann GmbH

Die verwendeten Oberflächenqualitäten der Metallwerkstoffe und produktionsbedingte Mängel können das Beschichtungsergebnis maßgeblich beeinflussen. Beispielsweise führten undichte Getriebemotoren an Hub- und Senkstationen zur Ölbelegung von Traversen, woraus sich gravierende Oberflächenstörungen beim Pulverbeschichten ergaben. Bestimmte Verlaufsadditive können auch bei der KTL-Trocknung austreten, wenn kein ausreichender Umluftaustausch generiert wird. „Visuell sichtbare Nadelstiche ergeben sich auch immer dann, wenn eloxierte Aluminiumbleche oder Profilmaterialien mit Pulverlack überbeschichtet werden“, führt Dr. Herrmann aus. Diese Schäden stellen sich immer dann ein, wenn die verfahrensbedingt erzeugten stark porigen Aluminium-Oxid-Schichten mit heißem Wasser verdichtet wurden. Beim Pulvereinbrennprozess springen diese mit Wasser gefüllten Eloxal-Schichten durch die Wärmebehandlung wieder auf und setzen jede Menge Feuchtigkeit frei, die dann Oberflächenstörungen im Lackfilm hinterlassen.

Weitere Beispiele lesen Sie in Ausgabe 9/2022 von BESSER LACKIEREN.

Serie über Fehler bei der Oberflächenbeschichtung und wie man sie vermeiden kann

Mehr als 1150 begutachtete Schadensfälle hat der Gutachter Dr. Thomas Hermann gemeinsam mit seinen Labor-Spezialisten analysiert. Die dabei ermittelten Fehlerursachen bilden die Basis einer mehrteiligen Serie in BESSER LACKIEREN.

  • Teil 1: Fehlerbilder kompakt analysiert
    Im ersten Teil geht es um Planungs- und Ausschreibungsfehler sowie um den falschen Werkstoffeinsatz.
  • Teil 2: Konstruktion und Kante
    Im zweiten Serienteil liegt der Fokus auf nicht korrosionsschutzgerechten Konstruktionen und Schnittkanten.
  • Teil 3: Stolpersteine im nasschemischen Vorbehandlungsprozess
    Im dritten Teil erhalten Beschichter Tipps, wie sie Fehler bei der nasschemischen Oberflächenvorbehandlung vermeiden.
  • Teil 4: Schleifen, strahlen, sweepen
    Im vierten Serienteil erläutern die Autoren, welche Fehler bei der mechanischen Oberflächenvorbereitung auftreten können.
  • Teil 5: Lacke im Fokus
    Im fünften Serienteil beschreiben die Autoren, wie Beschichter Fehler durch die geeignete Lackauswahl verhindern können.
  • Teil 6: Im Zeichen der Applikation
    Im sechsten Serienteil geht es um Applikationsfehler und wie man sie vermeiden kann.
  • Teil 7: Lacktrocknung – ein kritischer Prozessschritt
    Im siebten Serienteil widmen sich die Autoren der Lacktrocknung bzw. -vernetzung und geben Tipps, wie Beschichter hierbei Fehler vermeiden können.
  • Teil 8: Unzulänglichkeiten bei den Substraten
    Der achte Serienteil zeigt, dass auch Unzulänglichkeiten bei den Substraten Oberflächenmängel verursachen.

Zum Netzwerken:

Dr. Herrmann GmbH & Co. KG, Dresden, Dr. Thomas Herrmann, Tel. +49 351 4961-103, office@dr-herrmann-gmbh.de, www.pulverlack-gutachter.de, www.dr-herrmann-gmbh.de

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