Technologien Nasslackieren
Wasserlack ist besser als sein Ruf
Durch die VOC-Richtlinie, die die Grenzwerte für leicht flüchtige Lösemittel von 25 kg/h auf 15 t/a herabsetzte, wurde in der Branche nach alternativen Lacksystemen gesucht.
Wer konnte, stellte auf lösemittelarme (High Solid-) Lacke und Wasserlacke um. Letzterer ist besser als sein Ruf, er will nur entsprechend seiner Eigenheiten verarbeitet werden. Seine Besonderheiten liegen in der Vorbehandlung, in der Zuluft der Lackierkabine und in der Abdunstzone. Lösemittellacke aus der Vergangenheit waren in der Lage, die zum Teil unvollkommene Vorbehandlung zu kaschieren, ihre Applikation erforderte keine außergewöhnliche Lüftungstechnik und in der Abdunstung reichten angemessene Umluft-/ Abluft-Mengen. Das Wasser im Wasserlack ist aber ein Naturprodukt und unterliegt biologischen Gesetzen – mit folgenden Konsequenzen: Bei fehlender oder schlechter Vorbehandlung kommt es zu Haftungsfehlern und eine zu trockene Zuluft in der Lackierkabine entzieht dem Sprühnebel das zum sauberen Verlauf des Lackfilms benötigte Wasser. In der Abdunstzone entweicht das Wasser nur wirtschaftlich, wenn im Umluftstrom ein Unterdruck gegenüber dem Lackfilm entsteht. Betreibt die Lackiererei eine auf Lösemittel aufgebaute Anlagentechnik, so sind – ohne Umrüstung – Fehler im Lackfilm und extrem lange Abdunstzeiten die Folge. Dieses Wissen ist nicht neu und in der Praxis bekannt. Um Lösungen für diese komplexe Herausforderung zu finden, sind alle Beteiligten als Netzwerk gefragt. Abhilfe schaffen eine übergeordnete, unabhängige Analyse des Ist-Standes, eine „To-do-Liste“ sowie die Einbindung (wenn möglich) aller Lieferanten und Entscheidungsträger des Betreibers. Unabhängig davon: Die Nachrüstung der fehlenden Komponenten lohnt sich!
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