„Typische“ Schadensfälle bei Duplexbeschichtungen

Duplexsysteme bestehen aus einer Feuerverzinkung und einer Beschichtung, in vielen Fällen eine Pulverbeschichtung. Werden für eine kostengünstigere Produktion Bearbeitungsschritte ausgelassen, sind Schäden an den lackierten Oberflächen die Folge.  Welche Fehler dann auftreten können, erklärt Dr. Jens Pudewills von der DFO anhand eines aktuellen Praxisbeispiels.

Die verzinkten Profile sind mit einem roten Pulverlack beschichtet. Hier ist das Fehlerbild stark ausgeprägt. Der Lack löst sich großflächig ab -

Ein großer Vorteil der Duplexsysteme besteht darin, dass die Schutzdauer mindestens die Summe der Korrosionsschutzwirkung der einzelnen Beschichtungen übersteigt. So werden z.B. kleine Verletzungen der Beschichtung durch sich bildende voluminöse Korrosionsprodukte des Zinks ohne weitere Unterwanderung wieder „verschlossen“. Bei beanspruchten Werkstücken ver­längert sich dadurch die Schutzwirkung erheblich. Zusätzlich werden Duplexbeschichtungen aus optischen Gründen eingesetzt.

Fehlerhafte Vorbehandlung

Im vorliegenden Schadensfall wurden verzinkte Profile mit einem roten Pulverlack beschichtet. Der Einsatz erfolgte  im Außenbereich an verschiedenen Stellen in der Nähe zu Straßen und Gehwegen. Abhängig von der Streusalzbelastung zeigt sich das Fehlerbild innerhalb von zwei Jahren unterschiedlich stark ausgeprägt Abbildung 1und 2. Es kommt in den weniger beanspruchten Bereichen zur Blasenbildung in den stärker beanspruchten Bereichen zu großflächigen Lackabplatzungen. Unter den Blasen und unterhalb der Abplatzungen ist eine deutliche Weißrostbildung zu beobachten. Es ist an den Stellen mit Blasenbildung ebenfalls davon auszugehen, dass es in geringer Zeit (1-2 Jahre) zu Lackabplatzungen, bzw. flächigen Unterwanderung kommt. Bei diesem Schadensbild handelt es sich insofern um ein typisches Schadensbild, da es relativ häufig zu beobachten ist. Es tritt aufgrund einer fehlerhaften Vorbehandlung der verzinkten Bauteile vor der Beschichtung auf. Verzinkte Bauteile können direkt nach der Verzinkung „ohne weiteres“ nach einer Reinigung pulverbeschichtet werden.

In den weniger beanspruchten Bereichen kommt es zur Blasenbildung, darunter ist die Weißrostbildung erkennbar.

In den weniger beanspruchten Bereichen kommt es zur Blasenbildung, darunter ist die Weißrostbildung erkennbar.

Werden die Bauteile allerdings gelagert, dann bilden sich insbesondere in Verbindung mit Feuchtigkeit oder auch Kondenswasser Korrosionsprodukte auf dem Zink. Diese Korrosionsprodukte wirken nicht nur wie eine Trennschicht auf die nachfolgende Beschichtung, die Korrosion läuft an diesen Stelle unter entsprechender atmosphärischer Belastung unterhalb der Beschichtung weiter ab. In dem vorliegenden Schadensfall wurden die verzinkten Profile unter freiem Himmel gelagert und vor dem Beschichten als Vorbehandlung mit Schleifpapier bearbeitet. Dies reichte nicht aus um die entstandenen Korrosionsprodukte vollständig zu entfernen und eine beständige Beschichtung zu erreichen. Nach zwei Jahren Außenbewitterung hat sich dadurch das gezeigte Schadensbild ausgebildet.

Sweepen der Bauteile nötig

Die Bauteile hätten vor dem Beschichten gesweept werden müssen, um die Korrosionsprodukte vollständig zu entfernen. Dies ist nach einer Zwischenlagerung von verzinkten Bauteilen allgemein vor dem Pulverbeschichten zu empfehlen. Weitere wertvolle Hinweise gibt die Verbände-Richtlinie „Duplex-Systeme“.

Deutsche Forschungs­gesellschaft für Oberflächenbehandlung (DFO) e.V., Neuss, Dr. Jens Pudewills, Tel. +49 2131-40811-23, pudewills@dfo-service.de, www.dfo-service.de

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