Schleifen, strahlen, sweepen

In diesem Teil der aktuellen Serie über Schadensfälle und ihre Ursachen erfahren Beschichter, wie sie Fehler bei der mechanischen Oberflächenvorbereitung vermeiden können.

Ausschnitt eines mikroskopischen Fotos
Die mikroskopische Aufnahme des metallographischen Querschliffs offenbart erkennbare Strahlrückstände sowie Zunderreste zwischen Substratoberfläche und Pulverbeschichtung. Foto: Dr. Herrmann GmbH

13% von 1150 Schadensfällen sind auf ungenügende mechanische Oberflächenvorbereitung zurückzuführen. So lautet das Ergebnis einer Auswertung, die die Dr. Herrmann GmbH kürzlich durchgeführt hat. Eine häufige Fehlerquelle stellt der Einsatz von falschen bzw. nicht geeigneten Strahlmitteln dar. Nur durch das Verwenden des jeweils richtigen Strahlmittelbetriebsgemischs von runden und eckigen Korngeometrien ist es möglich, die Oberfläche gleichmäßig und mit der gewünschten Rautiefe sowie einer möglichst großen Flächentopographie zu erzeugen. Wird dies nicht berücksichtigt, ergeben sich häufig Schadensfälle durch frühzeitiges Versagen des Korrosionsschutzes der Beschichtung. Dies gilt sowohl für pulver- als auch für nasslackbeschichtete Oberflächen. Bei der Verwendung nichtmetallischer, mineralischer Strahlmittel ist zudem auf eine sehr gründliche, nachträgliche Reinigung der Oberflächen durch Abblasen mit fett- und ölfreier Druckluft zu achten. Bei Strahlmitteln aus Hüttenschlacke-Produkten kommt es beim Auftreffen der Strahlkörner zum Zerplatzen. Hierdurch entsteht eine erhebliche Staubbelastung, durch die sich Trennschichten zur nachfolgenden Beschichtung ausbilden können.

In Ausgabe 4/2022 von BESSER LACKIEREN erfahren Sie weitere Einzelheiten zu Schadensbildern, die auf ungenügende Oberflächenvorbereitung zurückgehen.

Serie über Fehler bei der Oberflächenbeschichtung und wie man sie vermeiden kann

Mehr als 1150 begutachtete Schadensfälle hat der Gutachter Dr. Thomas Hermann gemeinsam mit seinen Labor-Spezialisten analysiert. Die dabei ermittelten Fehlerursachen bilden die Basis einer mehrteiligen Serie in BESSER LACKIEREN.

  • Teil 1: Fehlerbilder kompakt analysiert
    Im ersten Teil geht es um Planungs- und Ausschreibungsfehler sowie um den falschen Werkstoffeinsatz.
  • Teil 2: Konstruktion und Kante
    Im zweiten Serienteil liegt der Fokus auf nicht korrosionsschutzgerechten Konstruktionen und Schnittkanten.
  • Teil 3: Stolpersteine im nasschemischen Vorbehandlungsprozess
    Im dritten Teil erhalten Beschichter Tipps, wie sie Fehler bei der nasschemischen Oberflächenvorbehandlung vermeiden.
  • Teil 4: Schleifen, strahlen, sweepen
    Im vierten Serienteil erläutern die Autoren, welche Fehler bei der mechanischen Oberflächenvorbereitung auftreten können.
  • Teil 5:  Lacke im Fokus
    Im fünften Serienteil beschreiben die Autoren, wie Beschichter Fehler durch die geeignete Lackauswahl verhindern können.
  • Teil 6: Im Zeichen der Applikation
    Im sechsten Serienteil geht es um Applikationsfehler und wie man sie vermeiden kann.
  • Teil 7: Lacktrocknung – ein kritischer Prozessschritt
    Im siebten Serienteil widmen sich die Autoren der Lacktrocknung bzw. -vernetzung und geben Tipps, wie Beschichter hierbei Fehler vermeiden können.
  • Teil 8: Unzulänglichkeiten bei den Substraten
    Der achte Serienteil zeigt, dass auch Unzulänglichkeiten bei den Substraten Oberflächenmängel verursachen.

Zum Netzwerken:

Dr. Herrmann GmbH & Co. KG, Dresden, Dr. Thomas Herrmann, Tel. +49 351 4961-103, office@dr-herrmann-gmbh.de, www.pulverlack-gutachter.de, www.dr-herrmann-gmbh.de

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