Aktuelle Trends in der industriellen Teilereinigung

Zur Erfassung der aktuellen Marktsituation und Trends im Bereich der industriellen Teilereinigung hat das Fraunhofer IPK zum zweiten Mal den deutschen Markt untersucht.  Nass- und Strahlverfahren werden noch immer am häufigsten eingesetzt, die Bedeutung von Sonderverfahren und thermischen Verfahren nimmt aber zu.

Die Studie gibt Aufschluss über aktuelle Entwicklungen und Trends. Quelle (zwei Fotos): Fraunhofer IPK -

Der Markt der industriellen Teilereinigung befindet sich immer noch im Wachstum und verzeichnet steigende Umsatz- und Mitarbeiterzahlen. Dessen stabile Situation zeigt sich anhand der großen Anzahl an Unternehmen, die bereits seit über 20 Jahren auf diesem Markt agieren. Von allen befragten Teilnehmern wurden 38% in die Kategorie Hersteller und 62% in die Kategorie Anwender eingeordnet. Über die Hälfte (62%) der befragten Unternehmen gehören der Metallindustrie, dem Fahrzeug- oder Maschinenbau an. In Zukunft wird die Bedeutung der Teilereinigung auch in der Feinwerktechnik, der Lebensmittel- und Medizinbranche deutlich zunehmen. Aktuelle Marktsituation: Die Nass- und Strahlverfahren werden sowohl bei Anwendern als auch bei Herstellern noch immer am häufigsten eingesetzt,  jedoch nimmt die Bedeutung von Sonderverfahren und thermischen Verfahren im Vergleich zu 2007 zu. Am häufigsten müssen die Bauteile von partikulären oder filmischen/pastösen Verschmutzungen gereinigt werden.

Integration der Reinigung in den Fertigungsprozess

Im Gegensatz zu der Funktionsflächenreinigung ist die integrale Reinigung heutzutage ein fester Bestandteil jeder Fertigungskette. Der häufigste Grund der Reinigung ist bei 70% der Unternehmen das Reinigen vor der Montage, die Zwischenreinigung und die Endreinigung. Die Automatisierung des Reinigungspro-zesses ist abhängig vom Investitionsanteil in Reinigungstechnik und geht in den verschiedenen Branchen unterschiedlich schnell voran. Der überwiegende Teil der Unternehmen schätzt derzeit sowohl den zeitlichen als auch den wirtschaftlichen Anteil der Reinigung am Gesamtprozess auf nur 1% bis 10%. Die Überprüfung des Reinigungsergebnisses hat an Bedeutung gewonnen. 85% der Unternehmen überwachen hauptsächlich mit Offline-Messungen das Produkt, die Reinigungsbäder und -temperatur. Bei der Implementierung von neuen Verfahren erweisen sich die Reinigungsqualität und die Investitionskosten als die entscheidenden Kriterien. Dabei arbeiten die Hersteller bei der Erweiterung ihres Angebots am liebsten mit ihren Kunden zusammen.

Das Strahlen mit CO2-Schnee/Trockeneis – hier wird eine Airbag-Kappe vorbehandelt – ist ein Verfahren, das zukünftig verstärkt eingesetzt wird.

Das Strahlen mit CO2-Schnee/Trockeneis – hier wird eine Airbag-Kappe vorbehandelt – ist ein Verfahren, das zukünftig verstärkt eingesetzt wird.

Wässrige Reiniger gewinnen an Bedeutung

Trends und zukünftige Entwicklungen: Während knapp 58% der befragten Unternehmen in den nächsten fünf Jahren bestehende Anlagen/Prozesse reinigungstechnisch optimieren wollen, planen über 40% mehr Schulungen von Mitarbeitern, den Kauf neuer Anlagen sowie den Einsatz neuer bzw. anderer Reinigungsmedien. Zukünftig werden bei den Nassverfahren beispielsweise die Reinigung mit wässrigen Reinigern sowie die Analytik im Bereich Reinigungstechnik an Bedeutung gewinnen, bei den Strahlverfahren dagegen das Strahlen mit CO2-Schnee/Trockeneis. Im Gegensatz dazu wird prognostiziert, dass das Reinigen mit Lösemitteln, die Salzbadreinigung und das Strahlen mit metallischen Medien an Bedeutung verlieren wird. Zur Erfassung der aktuellen Marktsituation und der Trends im Bereich der industriellen Teilereinigung hat das Fraunhofer IPK zum zweiten Mal den deutschen Markt untersucht. Die Daten wurden mithilfe eines Online-Fragebogens und einer Rücklaufquote von 7% bei 8000 Befragten ermittelt. Die aktuelle Marktstudie kann auf der Homepage unter www.allianz-reinigungstechnik.de bestellt werden.

Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik, Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), Berlin, Martin Bilz, Tel. +49 30 39006-147, martin.bilz@ipk.fraunhofer.de, www.ipk.fraunhofer.de

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