Emissionen auswaschen

Für die Entlackung braucht man viel Erfahrung", sagt Stefan Jost, Geschäftsführer der ABL-Technic Entlackung GmbH. "Die haben wir bei uns im Haus. Durch den gezielten Erfahrungsaustausch unserer 25 Werksleiter stoßen wir auf die verschiedensten Pro­bleme und Herausforderungen. Für diese finden wir gemeinsam Lösungen, die wir innovativ weiterentwickeln."

Eine "SULEP"-Anlage nimmt bei vollem Ausbau eine Fläche von ca. 1000 m² ein. Schema: Redaktion -

Thermisch und chemisch

Ein wichtiger Schritt in Richtung Emissionsverringerung ist mit dem „Super Low Emission Plant“-Verfahren, kurz „SULEP“, gelungen. Das Verfahren ist eine ideale Erweiterung für Werke, in denen sowohl thermisch als auch chemisch entlackt wird, da das Verfahren beides abdeckt. Dabei bedient der Prozess auch Anwendungen, in denen sehr hohe Anforderungen an die Emissionen gestellt werden oder die entstehenden Abwässer nicht einleitbar sind.

Einsatzgebiet

Das „SULEP“-Verfahren wird in einem europäischen und einem chinesischen Werk von ABL-Technic bereits erfolgreich eingesetzt. Es erlaubt die Entlackung fehllackierter Teile und Tragegestänge sowohl auf chemischem als auch auf thermischen Weg. Die thermische Entlackung eignet sich für robuste Sub­strate wie Stahl. Die Werkstücke sollten zudem keine filigrane Struktur aufweisen, um den hohen Ofentemperaturen ohne Verformung widerstehen zu können. Alle gängigen Lacke lassen sich mit dem Verfahren entfernen.

Essentielle Bestandteile des „SULEP“-Verfahrens sind der Gaswäscher (links) und der Ofen (rechts) zur thermischen Entlackung. Foto: ABL-Technic Entlackung

Essentielle Bestandteile des „SULEP“-Verfahrens sind der Gaswäscher (links) und der Ofen (rechts) zur thermischen Entlackung. Foto: ABL-Technic Entlackung

Thermisch entlackt

Der Ofen nimmt die zu entlackenden Bauteile chargenweise auf. Im 6 m x 3 m x 3 m großen Heizraum werden die Lacke bei ca. 430 °C schonend verschwelt. Nach der Pyrolyse gelangen die Abfallprodukte als organisches Gas in die thermische Nachverbrennung. Bei über 800 °C zersetzen sich die enthaltenen organischen Substanzen zu CO2 und H2O. Um die Bildung von Dioxinen und Furanen zu verhindern, erfolgt im nächsten Schritt ein Quenchvorgang zur Abkühlung des Prozessgases. Dieses tritt anschließend in den Gaswäscher ein. Über Sprühdüsen eingetragenes Prozesswasser trennt Reststäube aus dem Gasstrom. Dabei verdampft ein Teil der Flüssigkeit. Das Gas kann mit einer Endreinheit von über 99% direkt an die Umgebung abgegeben werden. Vom Luftstrom mitgerissene Wassertröpfchen werden in einem Agglomerator zu größeren Tropfen zusammengeführt und im nachgeschalteten Demister abgetrennt. Das separierte Wasser wird danach wieder als Prozesswasser verwendet. Die verdampften Wasseranteile werden einem Neutralisationstank zugeführt. Das Prozesswasser bildet einen Kreislauf, der sowohl die thermische als auch die chemische Entlackung einschließt.

Chemische Entlackung

Mit dem chemischen Prozess sind weniger widerstandsfähige Substrate, wie beispielsweise Aluminium, behandelbar. Die Bauteile tauchen zunächst für mehrere Stunden in einem Prozessbecken. Entlackungs-Chemikalien lösen dort die Lackverbindung zum Substrat. Im nächsten Schritt tauchen die Bauteile in ein Spülbecken. Die verbleibenden Chemikalien werden anschließend abgespült. Die Abwässer aus der chemischen und thermischen Entlackungsschiene treffen in einem Neutralisationstank zusammen. Danach durchlaufen sie eine Filterpresse und werden anschließend wieder in den Reinigungskreislauf eingeschleust. Im Prozess sind so alle Ressourcen optimal nutzbar. Die gesamte Anlage mit chemischer und thermischer Entlackung nimmt bei vollem Ausbau ca. 1000 m² ein.

Zum Netzwerken:
ABL-Technic Entlackung GmbH, Leutkirch, Sonja Brauchle, Tel. +49 7561 8268 80, brauchle@abl-technic.de, www.abl-technic.de

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