Technologien Kunststofflackierung
Die Dosis macht das Gift
Wie ein aktueller Schadensfall der Deutschen Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung (DFO) zeigt, können geringfügige Anpassungen der Lackrezeptur oder der Lackherstellung gravierende Auswirkungen haben.
Nicht einmal 10% der Beschichtungsfehler, mit deren Ursachenaufklärung die DFO Service GmbH beauftragt wird, sind auf fehlerhafte Beschichtungsstoffe zurückzuführen. Dennoch stehen häufig die Beschichtungsstoffe und damit deren Hersteller unter Verdacht.
Bei einem Beschichter von Kunststoffbauteilen konnte nach einem Lackchargenwechsel eine starke Zunahme an Einschlüssen beobachtet werden. Die Untersuchung von Querschnitten der Einschlüsse erbrachte das Ergebnis, dass es sich bei den agglomerierten, transluzenten Partikeln um Polyethylenwachs handelte. Es wurde angenommen, dass es sich hier um das Mattierungsmittel des eingesetzten Mattlacksystems handelte. Solche Additive werden typischerweise in Form von Wachs-Dispersionen während der Lackherstellung zudosiert oder vordispergiert. Um Agglomerationen des Wachsadditivs zu verhindern, müssen auf das Additiv abgestimmte und passend dosierte Emulgatoren eingesetzt werden. Wird nun beispielsweise die Menge oder Art eines Lösemittels in der Lackrezeptur angepasst, kann es gegebenenfalls zu einer Art „Schock“ kommen, bei dem der Emulgator von den Wachspartikeln desorbiert. Dies kann auch mit deutlichem Zeitversatz geschehen.
Erfahren Sie hierzu mehr in BESSER LACKIEREN 4/2023.
Zum Netzwerken:
Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung (DFO) e.V., Neuss, David Hoffmann, Tel. +49 2131 40811 12, hoffmann@dfo-service.de, www.dfo-service.de