Technologien Metalllackierung

Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!

Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026  beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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„Drei Mechanismen sollte jeder kennen“

Der wichtigste Grund für Beschichtungen ist der Korrosionsschutz. Damit der gewährleistet ist, müssen Lackierer Verstehen, wo Korrosion herkommt und worauf bei der Lackierung zu achten ist. Der freie Berater und Experte für industrielle Lackiertechnik Matthias Bader erklärt im Interview, was wirklich essentiell ist.

Korrosionsschutz Bader Lack
Am 7. Oktober gibt der Experte für Oberflächentechnik, Matthias Bader, eine Schulung für Korrosionsschutz in der Lackiertechnik. Foto: stock.adobe.com - Abdulkadir

Was sind die häufigsten Ursachen für Korrosion an lackierten Oberflächen?

Matthias Bader: Korrosion hat viele Ursachen – aber es gibt Punkte, die der Lackierer direkt in der Hand hat. An erster Stelle steht die optimale Vorbehandlung. Wenn Schmutz, Fette oder Rostreste bleiben, kann die beste Beschichtung nichts ausrichten. Beim Strahlen kommt es zum Beispiel auf den richtigen Reinheitsgrad und die passende Rautiefe an. Die Konversionsschicht ist ein entscheidender Schutz. Sie sorgt dafür, dass die Grundierung haftet und eine Barriere gegen Unterwanderung entsteht. Wird sie fehlerhaft oder gar nicht aufgebracht, ist das Risiko für Korrosion enorm. Grundierung und Decklack müssen aufeinander abgestimmt sein – chemisch wie technisch. Und die Schichtdicke ist der letzte, oft unterschätzte Faktor: Zu dünn schützt nicht, zu dick kann zu Spannungen und Abplatzungen führen.

Welche Prüfmethoden zum Thema Korrosion sollten Beschichter kennen?

Bader: Es gibt ein paar Klassiker, die jeder Beschichter beherrschen sollte. Der Gitterschnitt gehört dazu – damit prüft man schnell und einfach die Haftfestigkeit der Beschichtung. Die Schichtdickenmessung ist ebenso wichtig. Etwas seltener im Alltag, aber dennoch hilfreich, sind der Schlagtest und der Biegetest. Sie zeigen, wie elastisch und widerstandsfähig die Beschichtung unter mechanischer Belastung ist.

Korrosionsexperte werden

Zusammen mit Matthias Bader bietet BESSER LACKIEREN am 7. Oktober 2025 das Fachseminar „Korrosionsschutz für Profis – Tieferes Wissen für bessere Beschichtungen“ an. In diesem 3-stündigen Webinar erhalten Lackierexperten einen fundierten Überblick über die ­wichtigsten Korrosions-Mechanismen und Strategien, diese zu vermeiden. Alle Informationen und Anmeldung!

Welchen Einfluss haben Umgebungsfaktoren auf die Korrosionsentstehung?

„Umgebungsfaktoren sind einer der größten Einflussfaktoren auf die Lebensdauer einer Beschichtung – und trotzdem werden sie oft unterschätzt. Die Normen beschreiben das sehr klar: Erst wenn man die Umgebung kennt, kann man das richtige Beschichtungssystem auswählen. Der erste Schritt ist also, den Einsatzort zu bestimmen: Steht das Bauteil geschützt im Innenraum oder ungeschützt am Meer? Salz, Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Temperaturwechsel wirken in jeder Umgebung anders – und erfordern angepasste Vorbehandlung und Schichtaufbau. Die QIB gibt hierzu klare Empfehlungen und stellt Infomaterial zur Verfügung.

Welche Grundlagen über Korrosion muss ein Lackierer verstehen?

Wer Korrosionsschutz ernsthaft betreiben will, muss die Mechanismen dahinter verstehen – sonst arbeitet man im Blindflug. Die Konversionsschicht ist die erste unsichtbare Barriere. Sie sorgt nicht nur für Haftung, sondern bremst auch die Ausbreitung von Korrosion, wenn doch mal ein Schaden entsteht. Dann der kathodische Rostschutz – zum Beispiel durch Zink. Hier übernimmt die Beschichtung selbst eine aktive Rolle, indem sie das unedlere Metall opfert, um den Stahl zu schützen. Die Duplexbeschichtung – also eine Kombination aus metallischem Überzug und organischer Beschichtung – bringt gleich zwei Schutzprinzipien zusammen Kathodischer Rostschutz und eine organische Schutzschicht und sorgt so für eine deutlich längere Lebensdauer. Und zuletzt: die richtige Schichtdicke. Sie ist das einfache, aber oft unterschätzte Mittel, um Feuchtigkeit, Sauerstoff und Schadstoffe lange vom Metall fernzuhalten.

Welche Korrosionsmechanismen sind wichtig?
Drei Mechanismen sollte jeder Lackierer kennen. Zinkkorrosion sieht man bei verzinkten Bauteilen, wenn die Schutzschicht nicht richtig vorbehandelt oder versiegelt wurde. Weißer Zinkrost kann langfristig die Oberfläche unterwandern. Hier hilft eine saubere Vorbehandlung mit passender Konversionsschicht und ein gut haftendes Beschichtungssystem.

Filiformkorrosion tritt unter Beschichtungen auf, meist von einer verletzten Kante oder Fehlstelle aus. Sie breitet sich wie feine Fäden unter der Lackschicht aus, oft in feucht-warmen Umgebungen. Der beste Schutz ist eine optimale Kantenabdeckung, glatte Vorbehandlung ohne zu raue Strukturen und ein Beschichtungssystem mit sehr guter Haftung.

Kontaktkorrosion entsteht, wenn zwei unterschiedliche Metalle direkt leitend miteinander verbunden sind und Feuchtigkeit hinzukommt. Das unedlere Metall opfert sich – was zu schnellen Schäden führt. Verhindern kann man das durch eine isolierende Zwischenschicht, eine galvanisch abgestimmte Materialkombination oder Beschichtungen, die den direkten Kontakt verhindern.

Hinweis: Am 7. Oktober 2025 gibt Matthias Bader das Fachseminar „Korrosionsschutz für Profis – Tieferes Wissen für bessere Beschichtungen“ tiefergehendes Fachwissen an Interessierte weiter. In diesem 3-stündigen Webinar erhalten Lackierexperten einen fundierten Überblick über die ­wichtigsten Korrosions-Mechanismen und Strategien, diese zu vermeiden. Zur Anmeldung!

Zum Netzwerken:
Pulverakademie Matthias Bader, Aalen, Matthias Bader, Tel. +49 7361 8121133, akademie@pulverakademie.de, www.pulverakademie.de

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