Technologien Holzlackierung
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026 beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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Effiziente Lacktrocknungsverfahren für Holzoberflächen
In einem aktuellen Fachartikel des IHD im BESSER LACKIEREN Expertennetzwerk werden verschiedene Trocknungsmethoden für Lacke auf Holzoberflächen detailliert vorgestellt und analysiert. Die Wahl des richtigen Verfahrens ist entscheidend für die finale Oberflächengüte und sollte daher gut durchdacht sein, da sie maßgeblich die Qualität, Produktionsgeschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit beeinflusst.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der physikalischen Trocknung durch Verdunstung von Löse- und Verdünnungsmitteln und der chemischen Härtung durch Vernetzung der Beschichtungskomponenten. Bei Holz als Substrat stellt die Porigkeit eine besondere Herausforderung dar, da Dimensionsänderungen und Ausgasungen die Oberflächenqualität erheblich beeinflussen können. Zudem reagiert Holz empfindlich auf zu hohe Temperaturen, was bei der Auswahl des Trocknungsverfahrens berücksichtigt werden muss.
Die einfache Raumtemperaturtrocknung zeichnet sich durch geringe Investitionskosten und schonende Trocknung aus. Allerdings ist sie stark von den klimatischen Umgebungsbedingungen abhängig und benötigt viel Zeit und Platz. Die forcierte Konvektionstrocknung mit zirkulierendem Heißluftstrom reduziert die Trocknungszeit erheblich, erfordert jedoch eine sorgfältige Abstimmung von Luftgeschwindigkeit und -temperatur, um Qualitätsprobleme zu vermeiden.
Strahlungsverfahren
Die IR-Strahlungstrocknung bietet eine effiziente Energieumsetzung direkt auf den beschichteten Werkstücken. „Moderne IR-Anlagentechnik besitzt eine gute Steuerbarkeit der Temperatur und ermöglicht eine schnelle Anpassung an wechselnde Werkstückgrößen und unterschiedliche Pigmentierungen in Beschichtungen“, erläutert Dr. Florian Kettner. „Mit speziellen STIR-Strahlern kann der Energieaufwand um 50-70% im Vergleich zu klassischen IR-Strahlern reduziert werden.“ Ein weiteres Strahlungsverfahren – die UV-Härtung – hat sich besonders bei der industriellen Beschichtung von plattenförmigen Holzwerkstoffen etabliert. „Die UV-Technologie ist besonders für temperaturempfindliche Substrate geeignet und ermöglicht qualitativ hochwertige Oberflächen mit hoher chemischer und mechanischer Beständigkeit bei niedrigem Energieverbrauch“, erklärt Dr. Kettner. Die Elektronenstrahlhärtung (ESH) bietet ähnliche Vorteile wie die UV-Härtung, kann jedoch auf Fotoinitiatoren verzichten und eignet sich auch für höhere Schichtdicken und stärker pigmentierte Beschichtungen. „Die ESH-Technologie erzielt im Vergleich zur UV-Härtung eine höhere Eindringtiefe, sodass auch dickere und pigmentierte Schichten problemlos gehärtet werden können“, betont Bernd Brendler, Co-Autor des Fachartikels.
Nischenanwendungen
Elektrische Trocknungsverfahren wie die Mikrowellen- und Hochfrequenztrocknung sind bisher eher Nischenanwendungen, die sich noch in der Entwicklung befinden. Sie eignen sich besonders für wasserbasierte Beschichtungssysteme, da Wassermoleküle durch ihr Dipolmoment besonders gut auf die elektromagnetische Strahlung reagieren.
Der Fachtext zur Lacktrocknung auf Holz ist der Abschluss einer Fachtextreihe zum Thema Holzbeschichtung, die im BESSER LACKIEREN Expertennetzwerk zu finden ist. Sie enthält die Spezifika des Werkstoffs sowie die besonders zu beachtenden Aspekte in der Substratvorbehandlung und Beschichtung. Dabei wurde herausgearbeitet, dass im Vergleich zu anderen Werkstoffen wie Metall oder Kunststoffen andere Aspekte eine wesentliche Rolle spielen, z.B. aufgrund des Quellens und Schwindens von holzbasierten Substraten. Gesetzliche Rahmenbedingungen, das steigende Interesse am Einsatz von Holz und holzbasierten Materialien sowie sich ändernde Technologien führen dazu, dass stetig Innovationen bei den Beschichtungsformulierungen erforderlich sind bzw. Technologien auf die Substrate angepasst werden müssen. Daher werden auch in Zukunft Forschungseinrichtungen wie das IHD und industrielle Partner in diesem Entwicklungsfeld aktiv sein.
Zum Netzwerken:
Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH (IHD), Dresden, Dr. Florian Kettner, Tel. +49 351 4662-498, florian.kettner@ihd-dresden.de, www.ihd-dresden.de