Technologien Holzlackierung
UV-Lacke – bequem, robust und ohne Probleme?
UV-Lacke werden als flächige Beschichtungen bei Möbeln und Fußbodenbelägen aufgrund ihrer überzeugenden Eigenschaften gern genutzt. Die direkte Belastbarkeit der Oberflächen nach deren zeitnaher Vernetzung ist hierbei nur einer der Vorzüge. Der Beitrag zeigt jedoch, dass auch bei der UV-Lackierung der „Teufel im Detail“ steckt, um Schäden zu vermeiden.
UV-härtende Lacke sind aus der Möbel- und Parkettindustrie kaum wegzudenken. Ihre schnelle Vernetzung und sofortige Belastbarkeit gelten als große Vorteile. Doch aktuelle Schadensanalysen zeigen, dass selbst scheinbar stabile Prozesse Risiken bergen.
Im Fokus stehen drei Praxisfälle: großflächige Lackablösungen bei pigmentierten Parkettlacken, Delaminierungen innerhalb transparenter UV-Aufbauten sowie vergilbte Küchenfronten. Die Ursachen lagen dabei nicht in offensichtlichen Verarbeitungsfehlern, sondern im Zusammenspiel aus Fotoinitiatoren, Pigmentierung, UV-Dosis und Prozessführung.
Migration, Schleifstaub und Dunkelvergilbung
Bei pigmentierten Parkettsystemen führten offenbar migrierende Fotoinitiatoren und Reaktivverdünner zu einer Erweichung der Beize und damit zu Haftungsverlusten. In einem weiteren Fall verhinderte ein zu hoher Durchhärtungsgrad zusammen mit verbliebenem Schleifstaub die chemische Anbindung nachfolgender Lackschichten.
Besonders kritisch zeigte sich zudem eine sogenannte Dunkelvergilbung bei Küchenmöbeln: Nach monatelanger Lagerung ohne Lichteinfall verfärbten sich die Fronten deutlich gelb. Als wahrscheinlichste Ursache gelten Restfotoinitiatoren, die ohne UV-Licht weiterreagierten.
Die Beispiele verdeutlichen, dass UV-Lackierungen weit mehr als nur ausreichende Lampenleistung benötigen. Entscheidend ist das präzise Zusammenspiel aus Rezeptur, Pigmentierung und Prozessparametern.
Mehr im ausführlichen Artikel: Abonnenten von BESSER LACKIEREN lesen im ausführlichen Artikel in Ausgabe 9/2026:
- Welche Analyseverfahren die Schadensursachen sichtbar machten
- Wie sich Haftfestigkeitsprobleme frühzeitig erkennen lassen
- Welche Prozessanpassungen Delaminierung und Vergilbung verhindern können
Zum Netzwerken:
Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH (IHD), Dr. Florian Kettner, Tel. +49 351 4662 498, florian.kettner@ihd-dresden.de, www.ihd-dresden.de