Digital zerstäuben

Das Unternehmen ABB hat Mitte des Jahres den ersten digital vernetzen Lackzerstäuber auf den Markt gebracht.

Die Automobillackierung profitiert von der Automatisierung. Fotos: ABB -

Nach Herstellerangaben kann mit dem neuen „ABB Ability Connected Atomizer RB1000i“ der Auftragswirkungsgrad um 10% gesteigert werden, bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Abfallmenge bei Farbwechseln um 75%. Zusätzlich sinkt der Druckluftverbrauch um etwa 20%.

Modular und robust

Ermöglicht wird dies durch die Vernetzung des Zerstäubers, die die Grundlage für eine intelligente Echtzeit-Diagnose und präzise Lackauftragsregelung darstellt. Anwendbar ist das Zerstäubersystem sowohl für lösemittelhaltige als auch für wasserbasierte Nasslacke.

Auch schwer zugängliche Bereiche sind mit dem digital vernetzten Zerstäuber erreichbar.

Auch schwer zugängliche Bereiche sind mit dem digital vernetzten Zerstäuber erreichbar.

Der Zerstäuber wird in der Regel in Kombination mit einem Lackierroboter eingesetzt und ist grundlegend für die Automobilbranche konzipiert, kann aber auch in anderen Branchen eingesetzt werden. Sonderlösungen wie erwärmte Druckluft und Ionisierung sind integrierbar. Der Lackdurchsatz liegt zwischen 100-1000 cm3/min. Das System ist aufgrund des modularen Aufbaus, der robusten Komponenten und der verbesserten Diagnosefunktionen leichter zu warten. Im Prozess sind relevante Sensorinformationen des Lackzerstäubers aufnehmbar. Darunter fallen beispielsweise Vibrationswerte, gyroskopische Analysen zur Drehzahlbestimmung und Temperaturmesswerte. Über diese Daten ist im Anschluss eine intelligente Diagnose in Echtzeit möglich. 

Optimierungspotential

Warum das wichtig wird
Der Weg zur intelligenten Fertigung kann nicht ohne intelligente Zerstäuber vorangehen. Gerade dort, wo Lack aufgebracht wird, muss alles stimmen. Gibt es hier nur kleinste Abweichungen, muss eine schnelle Nachjustierung möglich sein. Dies ist mit dem Zerstäuber von ABB umsetzbar. Die Echtzeit-Diagnose in Kombination mit einem Lackierroboter ist Industrie 4.0 par excellence.

Optimierbar sind dabei unter anderem die Echtzeit-RFID-Parameter des Glockentellers, des Luftmotors oder des Lenkluftrings. Die Erfassung der Daten ist lokal möglich, sie können alternativ aber auch an die „ABB Ability Cloud“-Plattform transferiert werden. Die Datenverarbeitung erfolgt in der „Edge-Box“ oder der „ABB AbilityPlattform“. Die Daten gehören dabei im gesamten Prozess dem Kunden. Nach der Auswertung der Messergebnisse werden eventuell notwendige Anpassungen auf das Gerät zurückgespiegelt und dort erforderliche Modifikationen veranlasst. So ist ein möglichst effektiver und reibungsloser Beschichtungsprozess realisierbar. Die Einführung des digital vernetzten Zerstäubers ist als weiterer Schritt zur Einführung und Etablierung von Industrie 4.0 in die Lackiertechnik zu sehen. Prozesse werden dadurch transparenter und effektiver.

Zum Netzwerken:
ABB Automation GmbH, Friedberg, Bettina Miegel, Tel. +49 6031 85-104, robotics@de.abb.com, www.abb.de

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