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Lackierroboter ohne Code programmieren

Viele Lackierbetriebe wollen automatisieren, scheitern jedoch am hohen Programmieraufwand. Ein neues Forschungsprojekt zeigt, wie Roboter künftig auch ohne Spezialwissen beschichtet werden könnten.

Thomas Hess (Fraunhofer IPA)

Demonstrationssystem
Ein Demonstrationssystem für Tracking-basierte Bahnprogrammierung im Lackiertechnikum des Fraunhofer IPA wird für die Entwicklung neuer Steuerkonzepte genutzt. Abbildungen: Fraunhofer IPA

Der Fachkräftemangel und steigende Effizienzanforderungen erhöhen den Druck zur Automatisierung in der industriellen Lackierung. Doch gerade bei kleinen Losgrößen und hoher Variantenvielfalt lohnt sich der Einsatz von Lackierrobotern oft nicht, weil die Programmerstellung zu aufwendig ist. Das Forschungsprojekt NoCoLE des Fraunhofer IPA will dieses Problem lösen.

Vom Lackierer direkt zum Roboterprogramm

Im Projekt wurden zwei Ansätze entwickelt. Der erste setzt auf die Erfahrung des Lackierers: Statt einen Roboter zu programmieren, führt der Werker die Lackierbewegungen manuell aus. Ein Trackingsystem zeichnet die Bahnen auf und wandelt sie automatisch in ein Roboterprogramm um. Das Expertenwissen gelangt so ohne Programmierkenntnisse direkt in die Automation.

Parallel arbeitet das Fraunhofer IPA an einer vollständig digitalen Lösung. Dabei werden Roboterbahnen automatisch aus 3D-CAD-Daten erzeugt. Entscheidend ist dabei ein neu entwickeltes Simulationsmodell, das bereits vor der Beschichtung die spätere Schichtdickenverteilung berechnet und unterschiedliche Bahnstrategien bewertet.

Die Forscher sehen die größten Potenziale künftig in hybriden Konzepten, die manuell erlernte und automatisch generierte Bahnen kombinieren. Noch handelt es sich nicht um ein marktreifes Produkt. Die Ergebnisse schaffen jedoch die Grundlage für No-Code-Lösungen, die den Einstieg in die Robotik insbesondere für mittelständische Lackierbetriebe deutlich erleichtern könnten.

Sie wollen mehr wissen? Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 9/2026 weiterhin:

  • wie das Demonstratorsystem im Lackiertechnikum aufgebaut wurde,
  • welche Simulationsmodelle die Schichtdickenverteilung vorhersagen und
  • warum hybride Bahnplanung als besonders vielversprechend gilt.

Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart

Dr. Oliver Tiedje, Fraunhofer IPA, Stuttgart, Tel. +49 711 970-1773, oliver.tiedje@ipa.fraunhofer.de,

Thomas Hess, Tel. +49 711 970-1205, thomas.hess@ipa.fraunhofer.de,

www.ipa.fraunhofer.de/de/loesungen/beschichtungen-und-multifunktionale-materialien.html

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