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Analytik mit Mehl

Ein Schadensfall an Zugdächern und Unterfahrschutzen zeigt, dass etablierte Prüfverfahren nicht jede Praxisbelastung abbilden. Untersuchungen der DFO deckten auf, warum ein wasserbasierter 2K-Lack trotz bestandener Freigabeprüfungen versagte.

Ernst-Hermann Timmermann (Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung e. V. - DFO)

Foto Schadensbild
Im abgesenkten Dachbereich zeigten sich Delaminationen in Bereichen die Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Foto: DFO

Partielle Delaminationen an beschichteten Dachbereichen von Triebwagen führten die Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung (DFO) auf eine bislang unterschätzte Wechselbeanspruchung zurück. Auffällig war, dass ausschließlich Bereiche betroffen waren, die regelmäßig Feuchtigkeit und anschließender Trocknung ausgesetzt waren. Trockene Zonen blieben hingegen unbeschädigt.

Wechsel zwischen Feuchte und Trockenheit als Auslöser

Mithilfe rasterelektronenmikroskopischer Untersuchungen identifizierten die Experten zahlreiche Mikrorisse in den geschädigten Beschichtungen. Die Theorie: Durch die wiederkehrende Feucht-Trocken-Belastung entstehen Risse, über die Feuchtigkeit bis in die Grenzfläche zwischen Decklack und Grundierung eindringen kann. Die Folge ist eine schrittweise Delamination.

Um diese Annahme zu überprüfen, entwickelte die DFO eine spezielle Wechselklimaprüfung. Dabei wurden beschichtete Musterbleche über zehn Werktage hinweg zyklisch trockenen und feuchten Bedingungen ausgesetzt. Zusätzlich simulierte eine Mehlpaste typische Verschmutzungen auf den Oberflächen.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Während lösemittelhaltige Beschichtungssysteme weitgehend unauffällig blieben, zeigten alle wasserbasierten Lacksysteme deutliche Oberflächenstörungen bis hin zur Delamination. Die Untersuchungen legen nahe, dass herkömmliche Wasserlagerungstests die tatsächlichen Belastungen im Einsatz nicht ausreichend abbilden.

Sie wollen mehr wissen? Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 10-11/2026:

  • Wie die DFO den Schadensmechanismus mithilfe der Rasterelektronenmikroskopie nachgewiesen hat,
  • wie die entwickelte Wechselklimaprüfung aufgebaut wurde und
  • welche Unterschiede die Untersuchungen zwischen wasser- und lösemittelbasierten Lacksystemen offenbarten.

Zum Netzwerken:
Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung e. V., Neuss, Ernst-Hermann Timmermann, Tel. +49 2131 40811-22, timmermann@dfo-service.de, www.dfo-service.de