Beschichtung gegen Viren

Ziel des aktuellen Forschungsprojekts „COVID-DEKONT“ ist die Vermeidung von Übertragungswegen durch kontaminierte Oberflächen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Das Fraunhofer IFAM arbeitet in Kooperation mit der Universität Szeged in Ungarn daran, hierfür eine flexible Beschichtungslösung für Bauteiloberflächen zu entwickeln, die eine zuverlässige und dauerhafte Dekontamination ohne chemische Behandlung ermöglicht und gleichzeitig im großen Maßstab kostengünstig realisierbar ist.

Blick in einen Konferenzraum
Das Fraunhofer IFAM und Universität Szeged in Ungarn arbeiten daran Foto: Pexels / Pixabay

Photokatalytisch aktive Beschichtungen reduzieren die mikrobielle Belastung. Durch die Kombination von kupferdotiertem Titandioxid mit Schichtsilikaten konnte ein synergistischer Effekt erzielt werden, der Mikroorganismen effektiver mit den Katalysatoren in Kontakt bringt und deren Inaktivierung beschleunigt. In ersten Entwicklungsarbeiten des Fraunhofer IFAM zu silberdotierten Titandioxid-Photokatalysatoren – interkaliert in Schichtsilikaten und dispergiert in einem Polyurethan-Lack konnte gezeigt werden, dass eine Applikation des Lacks auf Oberflächen eine erfolgreiche Dekontamination von Bakterien und Viren ermöglicht – und dies im Bereich des sichtbaren Lichts bei einer Wellenlänge > 430 nm. In einem weiteren Ansatz sollte das Silber durch weniger teures Kupfer substituiert und mit einem skalierbaren Fertigungsansatz hergestellt werden. Die Versuchsreihen zeigten, dass innerhalb von zwei Stunden unter UV-Licht oder mit einer sonnenlichtähnlichen Lichtquelle eine Abbaurate von über 80% gegenüber den Kontrollbauteilen erzielt werden konnte. Im Ergebnis ließ sich das Silber durch Kupfer in den unterschiedlichen Anwendungen vollumfänglich ersetzen. Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem Sofortprogramm „Anti-Corona“ der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert.

Zum Netzwerken:

Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen, Dr. Volker Zöllmer, Tel. +49 421 2246-114, volker.zoellmer@ifam.fraunhofer.de, www.ifam.fraunhofer.de

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