Technologien Holzlackierung

Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!

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Materialverbunde mit Holz – eine spannende Verbindung

Hybridwerkstoffe wie furnierte Aluwabenkernplatten bieten im hochwertigen Schiffsinnenausbau optische Qualität bei geringem Gewicht und erfüllen hohe Brandschutzauflagen. Ein aktueller Schadensfall zeigt jedoch, wie kritisch die Materialkombination unter Wechselklimabelastung reagieren kann – und welche Lösungen wirksam Abhilfe schaffen.

Dr. Florian Kettner (Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) )

Detailaufnahme der beschichteten Oberfläche
Bei 30-facher Vergrößerung: Die Rissbildungen in der Oberfläche im Bereich der Wischbeize sind eine Folge der Wechselklimabelastung.

Für den Innenausbau eines Schiffs wurden Wandelemente aus brandgehemmtem Eichenfurnier auf Aluwabenkernplatten gefertigt. Die sichtbare Oberfläche wurde durch Ausbürsten strukturiert, anschließend mit einer cremefarbigen Wischbeize akzentuiert und abschließend decklackiert. Nach dem Einbau kam es jedoch infolge eines Klimaanlagenausfalls zu massiven Rissbildungen in der Oberfläche – vereinzelt über mehrere Zentimeter Länge.

Eine Analyse zeigte: Die Risse traten ausschließlich in den ausgebürsteten, mit Wischbeize gefüllten Bereichen auf. Die Ursache liegt im komplexen Zusammenspiel der Materialien: Während das Aluminiumsubstrat auf Temperaturschwankungen reagiert, verändert das Furnier sein Volumen in erster Linie bei Schwankungen der Luftfeuchte. Kommen diese gegenläufigen Materialbewegungen zusammen, entstehen erhebliche Spannungen. Der verwendete PUR-Klebstoff konnte diese Spannungen aufgrund seiner geringen Elastizität nicht ausgleichen. Die Folge: Die Sprödigkeit der füllstoffreichen Beize sowie die strukturelle Schwächung durch das Bürsten führten zur Rissbildung im Furnier.

Lösungen für den dauerhaften Einsatz unter maritimen Bedingungen

Zur Vermeidung solcher Schäden bieten sich verschiedene technische Maßnahmen an. Neben der konsequenten Klimakontrolle – im Schiffsbetrieb ohnehin Standard – können elastischere Klebstoffsysteme wie Hotmelts zum Einsatz kommen. Am wirksamsten erwies sich im vorliegenden Fall jedoch das Einbringen eines zusätzlichen elastischen Vlieses zwischen Furnier und Aluminium. Diese Spannungsentschärfung führte bei Tests unter Wechselklimabedingungen zu deutlich reduzierter Rissbildung – selbst bei starker Belastung.

Fazit: Hybridaufbauten konstruktiv denken

Der Fall zeigt exemplarisch, wie wichtig eine tiefgehende Analyse des gesamten Materialverbunds ist – besonders bei Hybridlösungen im maritimen Innenausbau. Erst durch die gezielte Kombination aus geeigneten Klebstoffen, Dämpfungsschichten und einer funktionsfähigen Klimatisierung lassen sich Schäden vermeiden und gleichzeitig die hohen Ansprüche an Gewicht, Brandschutz und Optik erfüllen.

Mehr im Abo: Im vollständigen Artikel in Ausgabe 9/2025 erfahren Abonnenten von BESSER LACKIEREN:

  • Welche Rolle die Beizformulierung für die Rissbildung spielt
  • Wie das eingesetzte Vlies die Spannungsverteilung im Aufbau beeinflusst
  • Welche Anforderungen an den Ersatzklebstoff bei maritimen Anwendungen bestehen

Zum Netzwerken:
Institut für HolztechnologieDresden gemeinnützige GmbH, Dresden, Dr. Florian Kettner, Tel. +49 351 4662-498, florian.kettner@ihd-dresden.de, www.ihd-dresden.de