Technologien Kunststofflackierung

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Rezyklate unter der Lupe

Ein aktuelles SKZ-Forschungsprojekt entwickelt Vorschläge zur Ergänzung bestehender Normen zur Bewertung von Rezyklatoberflächen für Klebe- und Lackierprozesse. Ziel des Projekts ist es, das Vertrauen der Anwender in recycelte Kunststoffe zu stärken und einen Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten.

Dr. Silvia Schweizer (Freie Mitarbeiterin BESSER LACKIEREN)

Benetzungsprüfung eines thermogeformten Rezyklat-Bauteils. Foto: SKZ, Luca Hoffmannbeck
Benetzungsprüfung eines thermogeformten Rezyklat-Bauteils. Foto: SKZ, Luca Hoffmannbeck

Kunststoffrezyklate rücken zunehmend in den Fokus nachhaltiger Fertigung, doch ihre Nutzung bringt Herausforderungen mit sich. Besonders problematisch sind die oft stark schwankenden und unzureichend dokumentierten Materialeigenschaften im Vergleich zu Neuware. Insbesondere die Oberflächeneigenschaften von Rezyklaten beeinflussen maßgeblich die Qualität nachgelagerter Prozesse wie Kleben, Bedrucken und Lackieren. Aus diesem Grund zögern viele Unternehmen, recycelte Bauteile für solche Veredelungsschritte einzusetzen.

Rezyklatoberflächen analysieren

Das Kunststoff-Zentrum SKZ will das ändern. Mit dem neuen IGF-Forschungsvorhaben „SurfRec“ zielt das Projektteam darauf ab, die Oberflächenqualität von Kunststoffrezyklaten fundiert zu charakterisieren und zu klassifizieren. Die sichere und effiziente Nutzung von Rezyklaten in oberflächensensiblen Anwendungen erfordert standardisierte Bewertungsmaßstäbe. Das Forscherteam erarbeitet Vorschläge zur Ergänzung bestehender Normen um oberflächenspezifische Aspekte. Damit wird die Grundlage für qualitätsgesicherte Oberflächenveredelungs- und Klebprozesse von Rezyklaten geschaffen.

Entwicklung definierter Qualitätslevels

Kern des zweieinhalbjährigen Projekts ist die Entwicklung definierter Qualitätslevels von Oberflächendaten (DQLs), welche die Anforderungen nachgelagerter Verarbeitungsschritte erfüllen. Hierzu werden geeignete Prüfverfahren – wie etwa Benetzungsprüfungen oder chemische Analysen – identifiziert und validiert. Ergänzend wird untersucht, ob künstlich beschleunigte Alterungstests die Oberflächenbewertung verbessern können.

Das IGF-Vorhaben „SurfRec“ der Forschungsvereinigung FSKZ e. V. wird im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert. Interessierte Unternehmen können sich über die Projektwebseite oder per E-Mail an das Forschungsteam wenden.

Zum Netzwerken:
SKZ – Das Kunststoff-Zentrum, Würzburg, David Herbig, Tel. +49 931 4104-686, d.herbig@skz.de, www.skz.de