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EXPO live: Retrofit von Lackieranlagen am 23. & 24. September

Kostenfrei online dabei sein: Am 23.09.2026 – 24.09.2026 zeigt die BESSER LACKIEREN EXPO live Retrofit von Lackieranlagen –mit Praxisbeispielen, Expertenwissen und innovativen Lösungen für die Modernisierung bestehender Lackieranlagen. Jetzt anmelden und wertvolle Impulse für Ihren Betrieb sichern!
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Ist Ihre Anlage Retrofit tauglich?

Mit einem gezielten Umbau der Vorbehandlung hat die MAB Amsler AG ihre Prozessstabilität verbessert und den Wasserverbrauch deutlich gesenkt – ohne eine komplett neue Anlage zu installieren.

Martin Amsler
Martin Amsler, Geschäftsführer MAB Amsler, vor fertig beschichteten Paneelen. Fotos: MAB Amsler

Die Schweizer MAB Amsler AG hat ihre bestehende Vorbehandlungsanlage für die Pulverbeschichtung von Aluminiumprofilen und Fassadenelementen modernisiert. Statt eines kostspieligen Neubaus entschied sich das Unternehmen für ein Retrofit mit integrierter alkalischer und saurer Beize. Das Ergebnis: stabilere Prozesse und deutlich geringerer Ressourcenverbrauch.

Mehr Qualität bei geringerem Verbrauch

Ausschlaggebend für die Investition waren schwankende Vorbehandlungsergebnisse sowie der Wunsch, Wasser-, Energie- und Chemikalienverbrauch zu reduzieren. Nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung fiel die Wahl auf ein Retrofit-Konzept, das große Teile der vorhandenen Anlagentechnik weiter nutzt.

Der Umbau dauerte nur wenige Tage und konnte während einer geplanten Betriebspause umgesetzt werden. Seitdem arbeitet die Anlage mit deutlich konstanteren Prozesswerten. Nach Angaben des Unternehmens wurden selbst anspruchsvolle Qualicoat-Zulassungen schneller erreicht als geplant.

Verfahrensschema
Verfahrensschema

 

Auch wirtschaftlich zahlt sich die Modernisierung aus: Der Wasserverbrauch sank um 42% und übertraf damit die ursprünglichen Erwartungen deutlich. Zusätzlich verringerte sich der Aufwand für die Abwasseraufbereitung spürbar, während auch der Energiebedarf in der Vorbehandlung und Wasseraufbereitung zurückging.

Prozessoptimierung der 4-Kammer-Taktspritzanlage
Kammer 1 und 3
Versetzen des Deckenspritzkranzes und Steuerventils aus Kammer 1 in Kammer 3, mit Spritzrichtung auf die Objekte sowie Anschluss an Stadtwasserleitung und Umprogrammieren in die SPS-Steuerung. Durch diese Maßnahmen wird VE-Wasser eingespart und die Spülqualität nach dem Beizvorgang verbessert. Durch das Anpassen der Steuerung ist die Spülwassermenge nun regelbar.
Kammer 2 und 4
Versetzen des Steuerventils aus Kammer 2 (Kreislaufleitung) nach Kammer 4 und verbinden mit dem VE-Spritzkranz. Außerdem Anschluss an die Kreislaufwasser Leitung 7 und Umprogrammierung in SPS-Steuerung. Diese Maßnahme ist eine kostengünstige Lösung, um die Steuerung für neue Aufgaben in der Passivierungskammer anzupassen. Ferner werden nun zusätzlich die Voraussetzungen für eine NoRinse-Passivierung erfüllt.
Kammer 4
Vom Überlauf des Beckens 1 in Kammer 4 wurde zu Tank 5 unterhalb des Absperrventils eine neue Leitung gezogen. Weiterhin wurde eine vorhandene Kreislaufwasserleitung (Leitung 7) vom Kammer 1 bis Kammer 4 aktiviert. Mit diesen Maßnahmen wird durch die Änderung des Überlaufs Wasser eingespart, denn dieses gelangt nun in die VE-Kreislaufanlage und nicht mehr in die Abwasserleitung. Zusätzlich wurde die alkalische Spülung so angepasst, dass sie nicht durch die Kreislaufanlage geleitet und der Ionentauscher entlastet wird.
Kammer 1 und 2
Die Leitung des Objektsprühkranzes wurde jeweils an die Leitung mit Stadtwasser angeschlossen; bisher Versorgung über Leitung 7 – Kreislaufwasser. Da durch die neuen Chemieprozesse/Verfahren kein VE-Wasser vor dem Nachfolgeprozess mehr nötig ist und die Menge reduziert werden kann, sparen diese Maßnahmen Wasserkosten, da statt des teuren VE-Wassers Stadtwasser verwendet wird. Weiterhin wurden in die beiden Kammern 1 und 2 Kaskaden mit verzögerter Klappensteuerung installiert, wodurch der Chemieverbrauch reduziert ist.

Für Geschäftsführer Martin Amsler zeigt das Projekt, dass sich ein Retrofit insbesondere dann lohnt, wenn bestehende Kapazitäten ausreichen und die vorhandene Technik gezielt modernisiert werden kann.

Sie wollen mehr wissen? Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Interview in Ausgabe 12/2026 außerdem:

  • wie der Retrofit innerhalb weniger Tage umgesetzt wurde,
  • welche Kriterien bei der Auswahl des Anlagenpartners entscheidend waren und
  • welche Energie- und Chemikalieneinsparungen im Betrieb tatsächlich erreicht wurden.

Zum Netzwerken:
MAB Amsler AG, CH-Bellach, Marti n Amsler, Tel. +41 32 6181131, martin.amsler@mab-amsler.ch, www.mab-amsler.ch

NABU Oberflächentechnik, CH-Freienbach, Tomasz Benert, Tel. +41 55 5110818, tomasz.benert@nabu-stulln.de, www.nabu-schweiz.ch

 

Webinar „Retrofit von Lackieranlagen“

Am 23. und 24. September 2026 findet die BESSER LACKIEREN EXPO live mit dem Schwerpunktthema „Retrofit – Zukunftsfähig durch Modernisierung“ statt. Denn immer mehr Lackverarbeiter setzen auf gezielte Modernisierung bestehender Anlagen, statt auf Neuinvestition. Im Fokus der Veranstaltung stehen praxisnahe Retrofit-Lösungen der Anlagen- und Gerätehersteller.

Die Online-Veranstaltung ist kostenfrei und beginnt um 9.00 Uhr. Weitere Informationen zu den teilnehmenden Anlagen- und Geräteherstellern sowie zur Anmeldung finden Sie hier.