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Kompakte VBH- und KTL-Lösung

Im BMW Group Werk Dingolfing ist seit Oktober 2025 eine neue, zweistufige Fertigung für Vorderachsträger in Betrieb. Herzstück der Anlage ist eine hochautomatisierte Vorbehandlungs- und KTL-Linie von Eisenmann, die auf begrenzter Fläche Effizienz, Prozesssicherheit und Energieoptimierung vereint.

Blick auf ein Vorbehandlungsbecken
Die neue VBH-/KTL-Anlage im BMW-Werk Dingolfing: Kompakte Bauweise und vollautomatisierte Prozessführung sorgen für hohe Effizienz und stabile Beschichtungsergebnisse. Foto: Eisenmann

Mit der neuen Achsträgerfertigung stärkt BMW seinen größten europäischen Produktionsstandort. Die Anlage ist zweistufig aufgebaut: Zunächst werden die Vorderachsträger in vollautomatisierten Schweißzellen aus Einzelblechen gefügt. In der zweiten Stufe folgt die Vorbehandlung (VBH) und kataphoretische Tauchlackierung (KTL) – als Basis für einen dauerhaften Korrosionsschutz der Fahrwerkskomponenten.

Kompakte Integration auf 55 x 25 m

Eisenmann realisierte die komplette VBH/KTL-Anlage in einer bestehenden Halle mit Abmessungen von 55 x 25 m bei 9 m Höhe. Trotz begrenzter Fläche entstand eine Anlage mit 25 Prozessbecken und einem Gesamtvolumen von rund 236 m³. Acht Becken sind beheizt, eines gekühlt.

Im rund 50 m langen Prozesstunnel durchlaufen die Bauteile im Taktverfahren Reinigung, Beizen, Zinkphosphatierung und schließlich die KTL-Grundierung. Sieben vollautomatisierte Beschickungsautomaten transportieren Warenträger mit jeweils acht Achsträgern durch die einzelnen Tauchbecken. Die Verweilzeiten variieren je nach Prozessschritt zwischen 60 und 300 sec. Schwenkeinrichtungen in den KTL-Becken sichern die notwendige Bewegungsfreiheit und eine gleichmäßige Beschichtung.

Energieeffizienz und Emissionsschutz im Fokus

Neben der Prozesssicherheit stand die Energie- und Umweltbilanz im Fokus. Die beheizten Becken sind mit Klappdeckeln ausgestattet, um Dämpfe zurückzuhalten. Eine zusätzliche Randabsaugung sowie ein Staubschutztunnel über dem gesamten VBH/KTL-Bereich minimieren Emissionen und Verunreinigungen.

Die elektrische Abluftreinigung erfolgt über eine 3-Kammer-E-RNV-Anlage mit 1500 Nm³/h. Ein Kreuzstromwärmetauscher in der Zu- und Abluftanlage ermöglicht Wärmerückgewinnung. Auch der KTL-Ofen ist elektrisch beheizt: Mit neun Takten und 650 kW Heizleistung trägt er zur Reduzierung des CO₂-Footprints bei. Nach dem Einbrennen durchlaufen die Bauteile zwei Kühlzonen.

Die Medienversorgung ist ebenfalls umfangreich: Rund 5,5 km Rohrleitungen und über 50 km Kabel verbinden die Anlagenteile. 20 Speicher- und Gegenbehälter sowie Abwasserpuffer mit 160 m³ Volumen – getrennt nach ölhaltigen und sauren Medien – gewährleisten einen stabilen Betrieb. Die gesamte Anlage ist in einer abgesenkten Wanne mit 198 m³ Rückhaltevolumen installiert.

Der Materialfluss außerhalb des Prozesstunnels erfolgt über ein P&F-Fördersystem, ausgelegt für Warenträger bis 500 kg. Die Übergabe zwischen Beschickungsautomat und Fördersystem läuft vollautomatisch. Als Generalunternehmer verantwortet Eisenmann die komplette Lösung aus einer Hand.

Mit der neuen VBH/KTL-Anlage schafft BMW in Dingolfing die Grundlage für eine effiziente, digital vernetzte und flexibel skalierbare Achsträgerproduktion – ausgelegt auf künftige Modell- und Stückzahlanforderungen.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN lesen im ausführlichen Artikel in Ausgabe 3/2026 außerdem:

  • wie das Anlagenlayout auf die bestehende Hallenstruktur abgestimmt wurde
  • welche Rolle Retrofit-Erfahrungen bei der Projektumsetzung spielten
  • wie BMW und Eisenmann die Prozessdaten digital vernetzen und auswerten

Zum Netzwerken:
Eisenmann GmbH, Böblingen, Jörg Robbin, Tel. +49 7031-780, joerg.robbin@eisenmann.com, www.eisenmann.com