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Umweltfreundliche Schiffsbeschichtungen
Forscher an der Chalmers University of Technology in Schweden beschäftigen sich mit der Entwicklung und Anwendung von Antifouling-Beschichtungen. Ohne Schutzlacke werden Boote unter Wasser durch Aufwuchsorganismen (Fouling) dicht besiedelt, so dass sich dicke Krusten ausbilden können.
Antifouling-Systeme kommen zum Einsatz, um die Schiffsrümpfe vor Bewuchs zu schützen und Fahrzeiten sowie Kraftstoffverbrauch niedrig zu halten. Die darin enthaltenen Biozide gelangen auch in die umgebenden Gewässer und können dort schädlich auf Wasserorganismen wirken. Es wurde nachgewiesen, dass 40% des Kupfereintrags in der Ostsee von Antifouling-Lacken auf Schiffen stammt.
Ein aktuelles Forschungsprojekt der Chalmers University of Technology zeigt, dass dies völlig unnötig ist, da es umweltfreundliche Alternativen zu den kupferbasierten Lacken gibt, die sogar eine bessere Antifouling-Wirkung aufweisen. Diese Beschichtungen basieren auf Silikon und sind biozidfrei. Daher könnte ihre Anwendung die Freisetzung des Schwermetalls Kupfer drastisch reduzieren.
Wirksam werden die innovativen Beschichtungen in den verschiedenen Stufen des Biofouling-Prozesses: Sie bedecken die raue Oberfläche der Materialien und verhindern die Proteinadsorption. Die Forschungen wurden offiziell ein Jahr lang an drei Orten der Ostsee und im Skagerrak durchgeführt. Aber auch noch nach zwei Jahren blieb das Ergebnis dasselbe: Die Prüfplatten mit Silikonbeschichtung sind am wenigsten bewachsen.
Da die Ostsee ein Binnenmeer ist, dauert ein kompletter Wasseraustausch 25 bis 30 Jahre. Das bedeutet, dass das Kupfer extrem lange das Wasser und den Meeresboden kontaminiert und nicht degradiert. Trotzdem konnten sich Biozid-freie Alternativen bisher nicht bei den Schiffseignern durchsetzen.
Erschwerend kommt hinzu, dass in den angrenzenden Ländern unterschiedliche Regelungen herrschen: In Schweden ist der Verbrauch von kupferhaltigen Antifouling-Produkten z.B. deutlich niedriger als in Deutschland, da es dort bereits seit einiger Zeit Verbote und Beschränkungen zum Einsatz dieser Beschichtungen gibt. Gefördert hat das Projekt die Schwedische Transportbehörde.
Zum Netzwerken:
Chalmers University of Technology, SE-Göteborg, Maria Lagerström, Tel. +46 31 7724623, maria.lagerstrom@chalmers.se, www.chalmers.se