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Massekontaktierung neu gedacht

Der Maschinenbauer Kurtz Ersa hat gemeinsam mit dem Verbindungstechnik-Spezialisten baier & michels eine neue Schraubenlösung für beschichtete Bauteile entwickelt. Die sogenannte „Contactscrew“ stellt beim Verschrauben gleichzeitig eine zuverlässige elektrische Massekontaktierung her – und könnte damit Montageprozesse deutlich vereinfachen.

Gruppenfoto
Funktioniert fehlerfrei: b&m-Technikleiter Olaf Ambros (r.) bei der finalen Abnahme der Schraube im Austausch mit Martin Aulbach (3. v. l.) und weiteren Kurtz Ersa-Konstrukteuren. Foto: baier & michels GmbH

In der industriellen Fertigung ist eine sichere elektrische Massekontaktierung entscheidend für die Betriebssicherheit von Maschinen. Besonders bei lackierten oder KTL-beschichteten Bauteilen stellt sie jedoch eine Herausforderung dar: Beschichtungen können den elektrischen Kontakt unterbrechen, weshalb häufig zusätzliche Erdungskabel oder Kontaktscheiben eingesetzt werden.

Bei der Entwicklung neuer Reflow-Lötanlagen suchte Kurtz Ersa deshalb nach einer Alternative, die Montageaufwand und Fehlerquellen reduziert. Ziel war es, eine Lösung zu finden, die ohne zusätzliche Komponenten auskommt und gleichzeitig auf aufwendige Schritte wie Maskieren oder Nachschneiden von Gewinden verzichtet.

Schraube durchdringt Beschichtung und stellt Kontakt her

Gemeinsam mit baier & michels entstand eine spezielle metrische Schraube mit integrierter Zusatzfunktion. Das zentrale Element der „Contactscrew“ ist eine Ringschneide unter dem Schraubenkopf. Beim Anziehen durchdringt sie die Beschichtung des Klemmbauteils und schafft so eine leitfähige Verbindung für den elektrischen Potenzialausgleich.

Zusätzlich verfügt die Schraube über eine Kupfer-Nickel-Oberflächenbeschichtung, die die elektrische Leitfähigkeit verbessert und zugleich eine hochwertige Optik bietet – ein Vorteil insbesondere bei sichtbaren Verschraubungen.

Konstruktion optimiert Montageprozesse

Neben der Kontaktfunktion wurde auch das Montageverhalten optimiert. Die Schraube ist in den Größen M4 bis M10 erhältlich und besitzt eine spezielle Zapfengeometrie, die das Einschrauben erleichtert. Drei Nuten in den ersten vier Gewindegängen entfernen Beschichtungsrückstände wie Lack, Strahlgut oder Schweißspritzer aus dem Gewinde. Dadurch werden sowohl das Gewinde freigeräumt als auch die Oberfläche des Gegenbauteils durchdrungen. Die Schraube selbst übernimmt damit die Funktion der elektrischen Kontaktierung – zusätzliche Erdungskabel entfallen. Die Lösung wurde durch das Prüf- und Zertifizierungsinstitut des VDE zertifiziert.

Vom ersten Konzept bis zur Serienreife vergingen nach Angaben der Projektpartner lediglich vier Monate. Inzwischen prüft Kurtz Ersa, die neue Verbindungslösung nicht nur in Neuentwicklungen, sondern auch in bestehenden Maschinenplattformen einzusetzen. Ziel ist es, Montageprozesse weiter zu vereinfachen und gleichzeitig eine stabile elektrische Kontaktierung sicherzustellen.

Mehr im Abo: Im ausführlichen Beitrag in Ausgabe 4/2026 erfahren Abonnenten von BESSER LACKIEREN außerdem:

  • wie die Ringschneide der Schraube technisch ausgelegt ist
  • welche Tests zur elektrischen Leitfähigkeit durchgeführt wurden
  • in welchen weiteren Anwendungen Kurtz Ersa die Lösung einsetzen möchte.

Zum Netzwerken:
baier & michels GmbH & Co. KG, Ober-Ramstadt/Rohrbach, Olaf Ambros, Tel. +49 6154 6960-223, olaf.ambros@baier-michels.com, www.baier-michels.com

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