Marktgeschehen Trendbarometer
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026 beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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Nasslack richtig applizieren
Wie bekomme ich den Lack am effizientesten auf mein Substrat? Diese Frage stellen sich industrielle Nasslackierer jeden Tag. Das aktuelle Trendbarometer ergründet, wie Lackierbetriebe diese Frage jeweils für sich beurteilen.
Pauschal lässt sich sagen „das beste Applikationsverfahren“ im industriellen Nasslack gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt von vielen Anforderungen und Rahmenbedingungen ab. So können die Applikationsmethoden alle grundsätzlich mit Wasser- und mit Lösemittellacken arbeiten, wobei das nichtbedeutet, das einzelne Pistolen grundsätzlich mit beiden Lacktypen nutzbar ist. Ebenso sind alle in der Lage, sowohl 1K- als auch 2K-Lacke zu applizieren. Wie die Umfrage zeigt, sind 2K-Systeme grundsätzlich bei industriellen Lackierern die am häufigsten applizierten Systeme, wobei die Lösemittellacke hier klar die Nase vorn haben und von 69 % aller Lackierbetriebe eingesetzt werden. Bei den 1K-Systemen dreht sich das Verhältnis interessanterweise und Wasserlacke liegen dort mit 29 % ganze elf Prozentpunkte vor Lösemittellacken.
Die Umfrage zeigt dabei keinen klaren Trend, welche Applikationstechnik für welchen Lacktyp von Anwendern bevorzugt wird, sämtliche Kombinationen sind in der Umfrage zu finden. Wichtiger als die Frage nach Wasser- oder Lösemittelbasis sind gewünschte Eigenschaften des finalen Lackfilms, die Lackviskosität und der Festkörpergehalt, die Bauteilgeometrie, gewünschter Durchsatz, Automatisierungsgrad sowie Material- und VOC-Kosten. „Je nach Teil und Lack verwenden wir unterschiedliche Applikationssysteme“, erklärt ein Umfrageteilnehmer. Das bestätigt auch die Umfrage, nicht wenige Lackierbetriebe haben mehr als ein Applikationssystem gewählt.
Niederdruckspritzen am beliebtesten
Die laut Umfrage am häufigsten genannte Applikationsmethode ist das Niederdruckspritzen, wozu unter anderem das HVLP-Verfahren gehört, was für „High Volume Low Pressure“ steht. Die Methode überzeugt durch geringes Overspray, da dank niedrigen Luftdrucks wenig Material in die Luft gewirbelt wird. Zudem lassen sich auch Effektlacke verarbeiten und eine hohe Oberflächengüte zu gewährleisten. Grenzen sind allerdings eine vergleichsweise geringe Flächenleistung und Einschränkungen bei hochviskosem Lackmaterial und der Bedarf, diese gegebenenfalls zu verdünnen.
Dicht gefolgt, mit 37 % der Stimmen, ist das elektrostatische Sprühen – die zweitbeliebteste Applikationsmethode für Nasslacke. Das System überzeugt durch einen sehr hohen Auftragswirkungsgrad und der Elektrostatik-Effekt sorgt für einen Umgriff beim Lackauftrag. Allerdings sind eine ordentliche Erdung und die korrekte Distanz zum Substrat wichtig, um die Vorteile auch auszuspielen.
Die Airlesstechnologie wird von 25 % der befragten Unternehmen eingesetzt. Sie eignet sich insbesondere für mittel- bis hochviskose Lacke und große Flächen und kommt ohne Zerstäuberluft aus. Das System ist vergleichsweise einfach, benötigt dafür höhere Flüssigkeitsdrücke, was etwa beim Thema Verschleiß eine Rolle spielen kann. Für hochwertige Dekoroberflächen ist sie zudem nicht die erste Wahl.
Fast auf gleichem Rang sind die Applikationsmethoden Hochdruckluft und Luftunterstütztes Airless. Letzteres ist am Markt auch als Air-Mix bekannt, was ein eingetragener Markenname der Firma Sames ist. Die Idee hinter diesem System ist es, die Vorteile der reinen Airless-Technologie mit denen der Luftzerstäubung zu verbinden und sowohl eine hohe Finish-Qualität als auch einen hohen Materialdurchsatz zu kombinieren. Allerdings ist das System damit auch komplexer als die jeweiligen Einzeltechnologien.
Effizient in der Nische
Die Hochrotationsglocke führt, schaut man nur auf die Umfragezahlen, mit 6 % ein Nischendasein. Allerdings täuscht das über ihre Bedeutung hinweg, die sie etwa in der Automobilindustrie spielt. Die Glocken eignen sich besonders für die hochautomatisierte Lackapplikation und liefern sehr hohe Auftragswirkungsgrade und Reproduzierbarkeit. Allerdings ist sie wirtschaftlich bislang nur bei hochautomatisierten Systemen einsetzbar.
An der Umfrage teilnehmen
BESSER LACKIEREN befragt für jede Ausgabe Entscheider aus der industriellen Lackiertechnik zu einem aktuellen Thema. Das schnelle Onlineverfahren ermöglicht eine hohe Beteiligung und somit ein exklusives Stimmungsbild. Möchten Sie auch teilnehmen? Eine formlose Email an jan.gesthuizen@vincentz.net genügt.