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Stimme aus der Praxis
Proprietäre Systeme bremsen die Digitalisierung in der Lackiertechnik aus. Im Interview mit BESSER LACKIEREN erklärt Maximilian Stoz, Geschäftsführer der Stoz GmbH, warum offene Schnittstellen die Basis für KI-Anwendungen und Predictive Maintenance sind – und weshalb die Branche dringend verbindliche Standards braucht.
Die Vernetzung von Maschinen, Steuerungen und IT-Systemen gilt als Schlüssel zur digitalen Lackiererei. Doch in der Praxis sprechen viele Systeme unterschiedliche Sprachen. „Selbst dort, wo Schnittstellen vorhanden sind, verhindern oft abweichende Namenskonventionen in der Programmierung, dass Variablen einfach übergeben werden können“, erklärt Maximilian Stoz, Geschäftsführer der Stoz GmbH. Das Ergebnis: Datensilos, hohe Integrationskosten und aufwendige Anpassungen durch externe Dienstleister.
Plug and Play statt Schnittstellenchaos
Für Stoz liegt die Lösung in einem klar geregelten, branchenweiten Standard. „Wenn wir eine digitale Fabrik wollen, muss das Einbinden einer Anlage in ein zentrales System viel leichter gehen – am besten per Plug and Play.“ Eine „Richtlinie für Datenaustausch“ könne helfen, offene Schnittstellen und einheitliche Kommunikationsprotokolle verbindlich zu machen.
Dabei sieht Stoz auch Verbände wie den VDMA in der Verantwortung: „Irgendjemand muss die Regeln definieren – und zwar so, dass möglichst viele Unternehmen dahinterstehen und sie tatsächlich anwenden.“ Entscheidend sei, dass Anlagenbauer sich an Best-Practice-Ansätze und Namenskonventionen halten.
Proprietäre Systeme als Innovationsbremse
In der industriellen Praxis erschweren proprietäre Systeme laut Stoz vor allem die Nutzung moderner Technologien: „KI oder Predictive Maintenance funktionieren nur, wenn man möglichst viele Daten hat und diese über alle Anlagen und Komponenten hinweg fließen können.“ In einer Umgebung, in der jedes System eigene Formate verwendet, bleibt dieses Potenzial ungenutzt.
Technologisch sei die Branche durchaus bereit, so Stoz weiter. „Alles Nötige ist vorhanden – es fehlt nur an der praktischen Umsetzung. Wenn ein Standard wirklich funktioniert, wird er auch akzeptiert.“ Seine Vision für die kommenden Jahre: eine Lackierlandschaft, in der Anlagen und Software sich verstehen, und Hersteller durch die Einhaltung eines Standards Transparenz und Zukunftsfähigkeit signalisieren können.
Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im vollständigen Interview:
- Welche konkreten Maßnahmen Stoz zur Schnittstellenvereinheitlichung fordert
- Welche Rolle Verbände und Anlagenbauer bei der Standardisierung spielen sollten
- Wie offene Schnittstellen den Einsatz von KI und Predictive Maintenance ermöglichen
Zum Netzwerken:
Stoz GmbH, Rottenburg-Haifingen, Maximilian Stoz, Tel. +49 7457 9445 0, maximilian.stoz@stoz.de, www.stoz.de