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PTFE: Keine Einheitslösung für Ersatzstoffe

Der Begriff per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) umfasst eine Gruppe von mehr als 10.000 Chemikalien, deren Einsatz stark eingeschränkt werden soll. Die neue PFAS-Definition schließt auch PTFE (Polytetrafluorethylen) ein – ein Polymer, das unter dem Markennamen Teflon bekannt ist. PTFE findet sich in vielen Produkten, darunter bestimmte Pulverlacke und andere Beschichtungen.

Pulverlackierung von Bauteilen
Pulverlackhersteller verfügen über eine Reihe von Additiven. Dennoch wird es schwierig sein, eine Lösung zu finden, die alle PTFE-Eigenschaften gleichzeitig und gleichwertig abdeckt. Foto: Redaktion, Jochen Kratschmer

„PTFE verleiht Pulverlacken eine große Bandbreite an Eigenschaften, was den Ersatz erschwert“, berichtet Michael Wehnhardt, Key Account Manager DACH bei AkzoNobel Powder Coatings. PTFE-Wachse sorgen in Pulverlacken für hohe chemische Beständigkeit sowie gute Gleiteigenschaften und Kratzfestigkeit. Außerdem ermöglicht PTFE die Herstellung fein strukturierter und matter Oberflächen, kann bestimmte Aufladeverhalten in der Applikation verbessern und verhindert ein vorzeitiges Sintern in der Sprühpistole.

Applikationsprozesse und Pulverlackeigenschaften können sich verändern

„Aufgrund seiner Vielseitigkeit wird es schwierig sein, einen Ersatz für PTFE zu finden, der ohne Anpassungen in bestehenden Formulierungen eingesetzt werden kann“, führt Wehnhardt fort. „Infolgedessen können sich Applikationsprozesse und Pulverlackeigenschaften verändern – und die Kosten werden steigen.“ Obwohl Pulverlackhersteller über eine Reihe von Additiven verfügen, wird es schwierig sein, eine Lösung zu finden, die alle PTFE-Eigenschaften gleichzeitig und gleichwertig abdeckt. Bestimmte Glanzgrade und Oberflächenstrukturen können auch ohne PTFE erzielt werden, erfordern jedoch deutlich mehr Aufwand. Dies gilt auch für andere PFAS-Materialien im neuen Geltungsbereich – wie FEVE- und PVDF-Fluorpolymerharze –, die chemische und thermische Beständigkeit, Oberflächenhaltbarkeit und UV-Beständigkeit verleihen.

Die Beschichtungsindustrie hat eine lange Tradition darin, regulatorische Herausforderungen zu meistern – und alles deutet darauf hin, dass es sich dabei um die bislang größte Herausforderung handeln könnte. „Auch wenn ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen ist, liegt auf dem Weg in eine PFAS-NI-Welt (not intentionally added) noch eine Vielzahl von Hindernissen“, so Wehnhardt.

Zum Netzwerken:
Akzo Nobel Powder Coatings GmbH, Arnsberg, Michael Wehnhardt, Tel. +49 172 2449792, michael.wehnhardt@akzonobel.com, www.akzonobel.com