Technik Produkte Mess- und Prüftechnik

Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!

Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026  beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
➡️ Jetzt teilnehmen!

Freigabeprüfung an Kunststoffbauteilen

Die Lackierung von Kunststoffbauteilen ist weit mehr als ein dekorativer Schritt. Sie entscheidet über Funktionsfähigkeit, Schutz und Prozesssicherheit – und unterliegt in der Automobilindustrie strengen Freigabeprozessen. Ein aktueller Überblick zeigt, worauf OEMs, Beschichter und Prüflabore besonders achten müssen.

Manh-Hung Tran (Fraunhofer IPA)

Kunststoffbauteile auf Warenträgern
An modernen Fahrzeugen befinden sich viele Kunststoffbauteile. Die Lieferanten müssen nachweisen, dass die Lackierung alle Anforderungen des OEM erfüllen. Foto: Redaktion / Jochen Kratschmer

Kunststoffoberflächen müssen immer häufiger anspruchsvolle Funktionen erfüllen. Neben der reinen Optik geht es heute um Kratzfestigkeit, chemische Beständigkeit oder easy-to-clean-Eigenschaften. Auch spezifische Anforderungen wie elektrische Leitfähigkeit oder erhöhte Licht- beziehungsweise Radardurchlässigkeit – etwa für Sensoren in Fahrerassistenzsystemen – gewinnen an Bedeutung. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Automobilhersteller an die Beschichtungsqualität ihrer Zulieferer.

Aufwendige Freigabeprozesse zwischen OEM, Beschichter und Lackhersteller

Damit lackierte Kunststoffteile in Serie gehen können, müssen sie umfangreiche Prüfungen bestehen. Der Weg dorthin ist zeit- und kostenintensiv: Zulieferer müssen nachweisen, dass ihre Lackierungen alle funktionalen und dekorativen Kriterien erfüllen. Dazu gehören das Abdecken von Oberflächenfehlern, der Schutz vor mechanischer und klimatischer Beanspruchung sowie die Sicherstellung einer stabilen Prozessqualität über den gesamten Produktionszeitraum.

Die Freigabe erfolgt typischerweise in mehreren Stufen – basierend auf OEM-Spezifikationen, die sowohl DIN- und ISO-Normen als auch werksspezifische Prüfverfahren enthalten. Diese Prüfungen sollen sämtliche relevanten Belastungsszenarien abdecken und sicherstellen, dass das Bauteil dauerhaft zuverlässig funktioniert.

Hohe Anforderungen an Prüflabore

Für die Freigabe spielen Prüflabore eine zentrale Rolle. Sie müssen valide, reproduzierbare und metrologisch rückführbare Ergebnisse liefern. Dazu sind qualifizierte Mitarbeitende, klar definierte Abläufe und zuverlässige Prüfmittel Voraussetzung. Die regelmäßige Überwachung der Prüfkompetenz – etwa durch Ringversuche – gehört ebenso zum Standard wie ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem.

Die Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 gilt heute als unverzichtbarer Nachweis für technische Kompetenz und Neutralität. Das Fraunhofer IPA betreibt ein entsprechend akkreditiertes Labor und verfügt über OEM-Zulassungen, unter anderem von Mercedes-Benz und Volkswagen. Damit zählt es zu den führenden Partnern für Freigabeprüfungen an lackierten Kunststoffbauteilen.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im vollständigen Artikel in Ausgabe 18/2025:

  • Welche Prüfverfahren in den OEM-Spezifikationen für Kunststoffteile dominieren
  • Wie ein typischer Freigabeprozess vom Musterteil bis zur Serienfreigabe abläuft
  • Welche Rolle Ringversuche für die Vergleichbarkeit von Prüflaboren spielen

Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, Dr. Oliver Tiedje, Tel. +49 711 970-1773, oliver.tiedje@ipa.fraunhofer.de
Manh-Hung Tran, Tel.+49 711 970-1896, manh-hung.tran@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de/beschichtung

Hersteller zu diesem Thema: